Jahrestag der Flucht der Rohingya - NGOs besorgt

Yangon (Rangun) (APA) - Am 25. August (Samstag) jährt sich die Vertreibung der muslimischen Rohingya aus Myanmar zum ersten Mal. Ein Jahr na...

Yangon (Rangun) (APA) - Am 25. August (Samstag) jährt sich die Vertreibung der muslimischen Rohingya aus Myanmar zum ersten Mal. Ein Jahr nach der Massenflucht der Angehörigen der muslimischen Minderheit in das Nachbarland Bangladesch zeigen sich Hilfsorganisationen aufgrund der mangelnden Hilfe besorgt und fordern weitere internationale Unterstützung.

Auch ein Jahr nach ihrer Ankunft sind die geflüchteten Rohingya weiterhin in Lagern untergebracht, die Mehrzahl von ihnen in Kutupalong-Balukhali, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Nach Angaben der Hilfsorganisation World Vision leben in Bangladesch insgesamt über 900.000 Menschen unter prekären Umständen, mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder.

„Diese Flüchtlingskrise bleibt eine Schutzkrise“, so Fred Witteveen, Landesdirektor von World Vision Bangladesch. „Die meisten Kinder und ihre Familien haben jahrelange Verfolgung und brutale Gewalt in Myanmar miterleben müssen. Jetzt haben sie weder die Staatsbürgerschaft in Myanmar, noch sind sie als offizielle Flüchtlinge in Bangladesch anerkannt. Im vergangenen Jahr hat sich für sie wenig verbessert. Und es ist unwahrscheinlich, dass sie bald nach Hause zurückkehren werden.“

Der Generalsekretär der Norwegischen Flüchtlingshilfe (Teil des Norwegischen Flüchtlingsrates, NRC), Jan Egeland, gibt eine ähnliche Einschätzung: „Die geflüchteten Rohingya hängen derzeit in der Luft. Für Familien, die nach Myanmar zurückkehren, kann keine Sicherheit garantiert werden - gleichzeitig erhalten sie keine ausreichende internationale Unterstützung in den Camps in Bangladesch“, kritisierte Egeland.

Besonders Kinder seien von der prekären Situation betroffen, so die Organisation Save The Children. Laut einer Untersuchung der Hilfsorganisation verlor ein Großteil der Kinder nicht nur vorübergehend den Kontakt zu ihren Eltern oder Betreuern. 70 Prozent der befragten Kinder wurden im Verlauf der brutalen Angriffe auf ihre Dörfer oder während der Flucht von ihren Familien getrennt. Die Hälfte gab an, dass ihre Eltern und Angehörigen getötet worden seien.

Damit Hilfsorganisationen weiterhin lebensnotwendige Hilfe für diese Kinder leisten könnten, müssten Geberländer in den internationalen Rohingya-Hilfsfonds einzahlen. „Von den benötigten 950 Millionen US-Dollar steht erst ein Drittel zur Verfügung“, sagt Mike Pierce von Save The Children. Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Unterstützung verstärken, fordert auch World Vision.

Österreich zahlte im November vorigen Jahres Hilfsgelder von 350.000 Euro für die Unterstützung von Rohingya aus. Die muslimische Minderheit wird in ihrer Heimat, dem buddhistischen Myanmar, seit Jahrzehnten verfolgt und ist Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt.


Kommentieren