Einsatz in Partner-Spital trägt Früchte

Der Zammer Verein „Ärzte für Ifakara“ unterstützt das St. Francis Hospital in Ifakara/Tansania nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Tiroler Notfallmediziner übergaben eine Spende von 2000 Euro.

Scheckübergabe kürzlich in der Medalp-Klinik an den Verein „Ärzte für Ifakara“: Wilfried Schennach, Christian Klimmer, Ifakara-Obfrau Christine Schennach, Atti Pahl, Manfred Pfisterer und Ralph Faschingbauer (v. l.).
© Ifakara

Von Helmut Wenzel

Zams, Ifakara –Ein Vergleich: Das Zammer Krankenhaus St. Vinzenz wird demnächst auf 394 Betten ausgebaut. Das Partner-Spital in Ifakara/Tansania zählt 370 Betten. Es gibt dennoch große Unterschiede: Zams hat ein Einzugsgebiet von 100.000 Einwohnern (Bezirke Landeck und Imst). Das St. Francis Hospital in Ifakara hingegen ist für die medizinische Versorgung von 600.000 Bewohnern zuständig – das Gebiet ist fast so groß wie die Schweiz.

Zammer bzw. Tiroler Ärzte sowie die Pfarre Zams unterstützen Ifakara seit Jahrzehnten. Pionier war der 2012 verstorbene Zammer Arzt Karl Schöpf im Jahr 1953.

Probleme und Herausforderungen gibt es dort am laufenden Band. Im St. Francis Hospital arbeiten derzeit nur sechs Fachärzte, Engpässe in der Patientenversorgung sind „normal“. Das ärztliche Personal wechselt häufig – weil die Gehälter niedrig sind und das Spital in einer abgelegenen Region liegt. Dazu kommt die mangelhafte medizinisch-technische Versorgung, Strom und Trinkwasser sind nicht immer verfügbar.

Blick in das St. Francis Hospital, wo Moskitonetze angeschafft wurden.
© Verein Ifakara

Der Verein „Ärzte für Ifakara“ mit Obfrau Christine Schennach ist unermüdlich vor Ort im Einsatz. „Wir machen das alles ehrenamtlich, die Reisekosten zahlen wir selbst. Jede Unterstützung kommt dem St. Francis Hospital zugute“, hoben die Obfrau und ihr Ehemann Wilfried Schennach bei einer Spendenübergabe in der Medalp-Klinik hervor. Die Tiroler Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin hatte bei ihrem Kongress in Längenfeld kürzlich 2000 Euro gesammelt und dem Ifakara-Verein übergeben.

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Wilfried Schennach, pensionierter Primararzt am Krankenhaus Zams, legte einen Tätigkeitsbericht vor: „In den letzten 20 Jahren ist neben laufender Unterstützung auch hinsichtlich der Verbesserung der technischen und medizinischen Infrastruktur des Krankenhauses ein großer Wurf gelungen. Wir haben fahrbare Betten, Endoskope, Sterilisatoren, Notstromaggregate, Röntgengeräte sowie diverse Laborgeräte bekommen. Das alles wird von uns laufend gewartet.“ Teuerste Investitionen waren, so Schennach, die Installation einer Solar- und Photovoltaikanlage sowie die Sanierung der Tiefbrunnen und die Errichtung von zwei Wasserspeichern mit 110 Kubikmeter Fassungsvermögen.

Schulung im X-ray Department des Hospitals.
© Ifakara

Die tansanische Regierung hat, so Schennach, die Bemühungen des Tiroler Ifakara-Teams um Sauberkeit im St. Francis Spital honoriert: „Es gab Hygienekontrollen in allen Krankenanstalten des Landes. Mit großer Freude können wir berichten, dass ,unser‘ Spital mit einem Gesamtscore von 93,6 Prozent den 2. Platz errungen hat.“


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