Nicaraguas Präsident macht politische Gegner für Krise verantwortlich

Managua (APA/dpa) - Der Präsident Nicaraguas macht die Demonstranten für die politische und wirtschaftliche Krise des mittelamerikanischen L...

Managua (APA/dpa) - Der Präsident Nicaraguas macht die Demonstranten für die politische und wirtschaftliche Krise des mittelamerikanischen Landes verantwortlich. Diejenigen, welche die Proteste im April begannen, hätten den „Weg in die Hölle“ genommen, sagte Daniel Ortega am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Gedenkveranstaltung zum Angriff auf den Kongress 1978 während der Diktatur von Anastasio Somoza.

In Nicaragua stehen sich seit Mitte April die Regierung unter Präsident Daniel Ortega und eine zivile Opposition gegenüber. Es ist die schwerste Krise in 40 Jahren. Entflammt hatte den Konflikt eine geplante Sozialreform, die später zurückgezogen wurde. Demonstranten wurden von regierungsnahen Gruppen angegriffen, seither eskaliert die Lage. Die Regierung spricht von 198 Toten, Menschenrechtsgruppen gehen von 448 Toten aus.

Seine politischen Gegner nannte Ortega „böse“. Ihretwegen gebe es wirtschaftliche Einschnitte, die sich auch auf das Gesundheits- und Bildungssystem des Landes auswirkten. Vor Beginn der Krise am 18. April sei Nicaragua auf einem Wachstumskurs mit sehr geringer Armut und „außerordentlich sicher“ gewesen.

Der Leiter des TV-Senders „Canal 10“ floh am Mittwoch in die Botschaft des Nachbarlandes Honduras, nachdem die Regierung Untersuchungen gegen ihn eingeleitet hatte. Carlos Pastora hatte zuvor versucht, nach Miami in die USA auszureisen, dies war ihm verwehrt worden. Am Montag hatte ein Regierungsvertreter bekannt gegeben, die Chefredaktion der Nachrichtensendung „Accion 10“ des TV-Senders zu übernehmen, die seit Beginn der Krise einen Fokus auf politische Berichterstattung legt.


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