Fabelhaft natürliches Musizieren

Der Südtiroler Johannes Pramsohler, einer der führenden Barockgeiger unserer Zeit, kommt am Sonntag zu den Festwochen.

Florian Pramsohler und sein Ensemble Diderot treten am kommenden Sonntag in Innsbruck auf. Foto: Paul Foster-Williams

Innsbruck – Er setzt seinen kristallinen, klangvollen Geigenton über die technische Perfektion hinweg so bezwingend natürlich in Musik um, dass man als Zuhörer mitten drin ist in seiner Klang- und Gedankenwelt, auf welche Reise sie auch mitnimmt. Der fabelhafte Südtiroler Barockgeiger Johannes Pramsohler lebt in Paris und begeistert die internationale Szene mit seinem hochvirtuosen und zugleich eminent musikalischen, ungekünstelten Spiel.

Übermorgen Sonntag ist Pramsohler im Rahmen der Festwochen der Alten Musik ab 17 Uhr im Kaiser-Leopold-Saal der Theologischen Fakultät zu erleben. Für das Concerto-grosso-Programm kommen Musiker des von ihm gegründeten Ensembles Diderot, am Cembalo sein Stammpartner, der wunderbare Philippe Grisvard. Mit diesen beiden Musikern, die so unglaublich gut miteinander musizieren, sich ergänzen mit gemeinsamem Atem, die aufeinander reagieren, ohne sich vorzudrängen – mit diesen Vorbildern darf auch die junge Haller Streicherey musizieren. Auf dem Programm stehen Werke von Arcangelo Corelli, Georg Friedrich Händel, Antonio Maria Montanari, Pietro Antonio Locatelli, Johann Georg Pisendel und Michele Mascitti.

Um künstlerisch unabhängig in seinen Entscheidungen zu sein, hat Pramsohler 2013 sein eigenes CD-Label gegründet. Die erste bei Audax Records erschienene Aufnahme mit Werken von Corelli, Telemann, Händel, Leclair und Albicastro wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert. Weitere Einspielungen erhielten Auszeichnungen, wie den Diapason d’Or. Heuer erschien eine Doppel-CD mit Grisvard/Pramsohler, die ein weitgehend vernachlässigtes Repertoire vorstellt: Französische Sonaten des 18. Jahrhunderts für Cembalo und begleitende Violine von zumeist unbekannten Komponisten (Mondonville, der das Genre geöffnet hat, Guillemain, Duphly u. a.). Das „Dream Team“ geht da lustvoll verspielt, fröhlich und dialogfreudig durch.

Ebenfalls heuer erschienen bei Audax Records, wie gewohnt sorgfältig in der Aufmachung, „German Cantatas“ mit Solovioline von Johann Christoph Bach, Pachelbel, Bruhns, Eberlin und Biber. Pramsohler, der wohlklingende Bassist Nahuel Di Pierro, das Ensemble Diderot und weitere Sänger widmen sich den Kantaten mit erfüllendem Ernst.

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Als einer der führenden Barockgeiger unserer Zeit arbeitet er als Solist und Kammermusiker mit bedeutenden Musikern, Dirigenten und Ensembles zusammen und ist auch pädagogisch tätig. (u.st.)


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