Zu wenig Psychiater: Tilg fürchtet Sogwirkung an Spitäler

Tilg fürchtet, dass sich die Lücken in der niedergelassenen Versorgung in einer verstärkten Inanspruchnahme der Spitalsambulanzen niederschlagen werden.

In Hall, Schwaz und Imst sind die Kassenstellen für Psychiatrie schon lange unbesetzt. Psychisch Kranken fehlt die Anlaufstelle.
© Mühlanger

Innsbruck –„Wenn es nachhaltig Probleme gibt, Kassenstellen für Psychiatrie nachzubesetzen, müssen auch Adaptierungen der Rahmenbedingungen geprüft werden“, erklärt ÖVP-Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg. Mit „Rahmenbedingungen“ sind wohl auch die Honorarsätze, die die Gebietskrankenkasse den Psychiatern bezahlt, gemeint.

Wie berichtet, fehlen teils seit mehreren Jahren drei Psychiater in Hall, Schwaz und Imst. Mit Jahresende spitzt sich die Situation weiter zu, weil in Jenbach ein weiterer Kassenarzt in Pension geht. Die Ärztekammer spricht von einem „der größten Versorgungsprobleme“, die Sozialversicherung meint, es liege nicht ausschließlich an den ausbezahlten Honoraren. Von 17 Kassenstellen seien drei unbesetzt. Landesrat Tilg fürchtet, dass sich die Lücken in der niedergelassenen Versorgung in einer verstärkten Inanspruchnahme der Spitals­ambulanzen niederschlagen werden. „Prioritär sollte jedoch die Versorgung weiterhin zunächst durch niedergelassene Kassenvertragsärzte erfolgen.“

Um mehr Interessenten für den Job des Psychiaters zu finden, schlägt Tilg vor, bei der Ausbildung weitere Anreize zu setzen. Zudem brauche es eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Fachärzten sowie weiteren therapeutischen Einrichtungen und Spitälern. Letzteres sei in Reutte geschehen und funktioniere. (aheu)

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