Deutschklassen: Kaum Einwände gegen Lehrpläne

Wien (APA) - Kaum Einwände hat es bisher gegen die Lehrplanentwürfe für die Deutschförderklassen gegeben. Trotz der morgen, Freitag, endende...

Wien (APA) - Kaum Einwände hat es bisher gegen die Lehrplanentwürfe für die Deutschförderklassen gegeben. Trotz der morgen, Freitag, endenden Begutachtungsfrist sind bisher allerdings erst neun Stellungnahmen eingegangen, hieß es aus dem Bildungsministerium. Aus der Lehrergewerkschaft kamen einmal mehr grundsätzliche Bedenken gegen die Einrichtung der Klassen ohne Evaluierung der bisherigen Fördermaßnahmen.

Die neuen Lehrpläne sollen mit 1. September in Kraft treten. Allerdings haben die Direktoren die Wahl, im Schuljahr 2018/19 in den Deutschklassen noch nach den bisherigen Lehrplan-Zusätzen für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache bzw. Deutschförderplänen unterrichten zu lassen. Verpflichtend sind die neuen Lehrpläne erst ab 2019/20. Das wiederum stößt beim Gemeindebund auf Bedenken: „Mit Blick auf die Planbarkeit des für die Ausstattung der Schulen verantwortlichen Schulerhalters ist die Möglichkeit der Schulleitung, für das Schuljahr 2018/19 frei zu entscheiden, ob in den Deutschförderklassen nach dem jeweiligen Lehrplanzusatz oder dem jeweiligen Deutschförderplan zu unterrichten ist, kritisch zu beurteilen.“

Ansonsten werden die Lehrpläne positiv beurteilt - etwa vom Landesschulrat in Salzburg bzw. von diversen Lehrer-Gruppen im ÖAAB - bzw. zumindest keine Einwände dagegen erhoben. Die Lehrpläne sind semesterweise ausgerichtet. Ausdrückliches Ziel ist der Wechsel der Kinder aus den Deutschklassen in den regulären Klassenverband . Beim Spracherwerb sollen deswegen auch gleichzeitig Grundlagen aus anderen Fächern vermittelt werden. „Die Vermittlung sprachlicher Kompetenzen soll deshalb auch über die Vermittlung der fachlichen Grundlagen in den Grundkompetenzen (z.B. Sachunterricht in der Grundschule) erfolgen“, heißt es etwa in den Erläuterungen zum Entwurf.

Im Bildungsministerium sieht man die Debatte vom Tisch - auch weil die einzelnen Bundesländer wesentlich weniger Deutschförderklassen bilden müssten als ursprünglich angenommen. „Das war ein ideologischer Regenguss, kein Gewitter und mit dem neuen Schuljahr gehen wir wieder zur Normalität über“, so Minister Heinz Faßmann (ÖVP) in einer Aussendung.

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