Ex-Anhänger von ungarischer Partei Jobbik gründeten neue Bewegung

Budapest (APA/AFP) - In Ungarn haben sich ehemalige Mitglieder der rechtsextremen Partei Jobbik zu einer neuen radikalen Bewegung zusammenge...

Budapest (APA/AFP) - In Ungarn haben sich ehemalige Mitglieder der rechtsextremen Partei Jobbik zu einer neuen radikalen Bewegung zusammengeschlossen. Die Gruppe namens Unsere Heimat will nach eigenen Angaben vom Donnerstag besonders die Minderheit der Roma in den Fokus ihrer Politik rücken.

„Wir beschäftigen uns mit von den anderen Parteien vernachlässigten Themen, das kann radikal rüberkommen“, sagte Unsere-Heimat-Mitglied Dora Duro. Im Fernsehen sagte sie weiter, bisher habe die Gruppe rund 2000 Mitglieder, die meisten davon Ex-Jobbik-Anhänger.

Auch Jobbik hatte die Volksgruppe der Roma lange als Sündenbock gedient. Inzwischen präsentiert sich die ehemals extrem fremdenfeindliche Partei als moderate Alternative zur rechtsnationalen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban.

Bei der Parlamentswahl Anfang April hatte Jobbik einen Stimmenanteil von 19 Prozent errungen und lag damit deutlich hinter Orbans Fidesz-Partei. Jobbik-Chef Gabor Vona trat daher zurück. Er war ab 2006 an der Parteispitze gestanden und hatte 2013 eine Distanzierung von den ultranationalistischen, rassistischen und antisemitischen Wurzeln von Jobbik eingeleitet, um sie zu einer Volkspartei zu machen.

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Mit seiner Fidesz-Partei hatte Orban zahlreiche Anliegen von Jobbik aufgegriffen und durchgesetzt. Orban regiert seit 2010 in Ungarn und fährt einen nationalistischen und einwanderungsfeindlichen Kurs.


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