USA fordern von Russland sofortige Freilassung von Filmemacher Senzow

Washington (APA/AFP) - Washington erhöht im Fall des inhaftierten ukrainischen Filmemachers Oleg Senzow den Druck auf Moskau: US-Außenminist...

Washington (APA/AFP) - Washington erhöht im Fall des inhaftierten ukrainischen Filmemachers Oleg Senzow den Druck auf Moskau: US-Außenminister Mike Pompeo forderte seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Donnerstag in einem Telefongespräch dazu auf, den Regisseur „sofort freizulassen“, wie Ministeriumssprecherin Heather Nauert mitteilte.

Pompeo habe während eines Telefongesprächs seine „Sorgen über Senzows Gesundheit“ zum Ausdruck gebracht und die Freilassung „aller ukrainischen politischen Gefangenen gefordert“, erklärte Nauert. Senzow war im Mai 2014 auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim festgenommen worden.

Die Behörden warfen ihm vor, Brandanschläge organisiert zu haben. Der Aktivist und Dokumentarfilmer wies dies zurück, wurde aber im August 2015 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Seit 102 Tagen befindet sich Senzow im Hungerstreik. Seit dem 14. Mai verweigert der 42-Jährige, der in einer Strafkolonie im äußersten Norden Russlands festgehalten wird, die Nahrungsaufnahme. Er will seinen Hungerstreik erst beenden, wenn Russland alle ukrainischen „politischen Gefangenen“ freilässt. Nach Angaben seiner Cousine schwebt Senzow in Lebensgefahr.

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Der Fall sorgt weltweit für Aufsehen. In Tschechien kündigten Filmemacher in Solidarität mit dem ukrainischen Regisseur einen rotierenden Hungerstreik an. Die französische Zeitung „Le Monde“ veröffentlichte einen von dutzenden Kulturschaffenden unterzeichneten Aufruf zur Freilassung Senzows, mit der Warnung, dass er „jede Minute sterben“ könne.

Die beiden Diplomaten diskutierten zudem die Situation in Syrien, insbesondere die Lage in der Provinz Idlib. Laut Nauert forderte Pompeo Lawrow auf, „die Bemühungen der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW, Anm.) zu unterstützen“, ebenso wie Bemühungen, die syrische Regierung für den Einsatz chemischer Waffen zur Rechenschaft zu ziehen.

Idlib ist die letzte noch von Aufständischen kontrollierte Provinz in Syrien. Der syrische Machthaber Bashar al-Assad hat Truppen am Rande der letzten Rebellenhochburg zusammengezogen, die vor allem von islamistischen Gruppen kontrolliert wird. Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten Assad am Mittwoch eindringlich vor dem Einsatz von Chemiewaffen gewarnt. Ansonsten seien die drei Staaten „entschlossen zu handeln“.

Russland unterstützt Assad zusammen mit dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Mithilfe Moskaus eroberte Damaskus große Teile des Landes zurück.


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