Ars Electronica - Festival im Zeichen der Nachhaltigkeit

Linz (APA) - „Error - the art of imperfection“ ist das Thema des diesjährigen Ars Electronica Festivals von 6. bis 10. September in Linz, da...

Linz (APA) - „Error - the art of imperfection“ ist das Thema des diesjährigen Ars Electronica Festivals von 6. bis 10. September in Linz, das hinter den Kulissen stark im Zeichen der Nachhaltigkeit steht. Man will nicht den Fehler begehen, nach dem Festival auf einem Müllberg zu sitzen und große Lagerräume zu füllen, also wird mit Leihgaben gearbeitet und Dinge nach den fünf Tagen weiterverwendet.

Unnütze Transportwege, wie zum Beispiel ein Holzpodest aus Japan, das ein Teilnehmer auf seiner Liste hat, herzubringen, werden unterbunden. „Die Teilnehmer können Prototypen schicken, aber ein Podest können wir auch da bauen“, sagt Honzik. Das könne nach dem Festival etwa an die Kunstuni weiterverliehen werden. Ähnlich verhält es sich mit den Ausstellungsinfrastrukturen: Die Hochregale, Trennwände und Verschalungen sind großteils Leihgaben von Firmen, die zwei Tage nach dem Festival wieder abgeholt werden. Auch digital funktioniert das Leih-Prinzip. „Wir brauchen 250 Computersysteme, 40 Switches und 30 WLAN-Access-points“, erklärt der technische Leiter Karl Schmidinger. Da komme man im herkömmlichen Handel ohnehin nicht weit und lande recht bald bei den Herstellern. Die sehen den Aufbau einer Infrastruktur im riesigen Post-Areal samt Atombunker als Herausforderung und das Meistern dieser als gute Referenz in der Fachwelt.

Sogar die Möbel in den Gastro-Zonen des Festivals erfüllen über die fünf Tage hinaus einen Zweck. Sie entstanden im Social furniture Project der Ars Electronica mit dem Unabhängigen LandesFreiwilligenzentrum nach einem Entwurf der häufigen Partner Anyway Architekten. Die Tische, Sessel und Bänke können aus einem Holzformat und einer Gattung Schrauben hergestellt werden. Asylwerber schraubten und bohrten die guten Stücke zusammen, dürfen sich selbst nach dem Festival etwas mitnehmen und der Rest geht an SOS Mitmensch, die immer wissen, wer Möbel braucht. „Man lernt die Welt, in der man lebt durch solche Projekte kennen“, resümierte Honzik.

Generell wird versucht, das Material für „die artifizielle Welt, die wir für fünf Tage produzieren“, doppelt oder in anderem Kontext zu nützen oder anderen zu geben, bevor es weggeschmissen wird. Letzteres wäre in den Augen des Festival-Teams absurd. Möglicherweise wird bei einem Symposion über das Müll-Problem referiert und da gelte es, die Dinge fertig zu denken. „Wir wollen mit unserer Interpretation der Themen den Leuten eine Anleitung geben, dass man sich noch selber helfen kann“, da sei Authentizität wichtig.

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Auch bei der Verpflegung werden ganzheitliche Maßstäbe angelegt. Es gibt auf dem Festival nur regionales Essen, am Samstag herrscht reges Treiben auf einem Biobauernmarkt inmitten der Medienkunstszene. „Vor zwei Jahren haben wir versucht, das Ars Electronica Festival biozertifizieren zu lassen“, erzählt Honzik. Ziel sei nicht gewesen, das zu schaffen, sondern zu sehen, wie weit man komme. Weit kam ein oberösterreichischer Biobäcker durch das Ars Electronica Festival - neben einem Nachhaltigkeitspreis in Deutschland nämlich zu Entwicklungsprojekten in Afrika. Er ist auch heuer wieder dabei, nicht wegen des Geschäfts, „aber die Attitüde von Menschen die er da trifft, ist ein Netzwerk das er ausbauen kann“, unterstreicht Honzik die Rolle des Festivals als Netzwerker zwischen Region und Internationalität.

(S E R V I C E - Programm und Infos unter http://www.aec.at/festival )


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