Der Exodus aus Venezuela erreicht auch Spanien - IOM warnt vor Krise

Genf/Madrid (APA/dpa) - Der Exodus aus dem krisengeschüttelten Venezuela erreicht zunehmend auch Spanien. 40 Prozent der dort gestellten Asy...

Genf/Madrid (APA/dpa) - Der Exodus aus dem krisengeschüttelten Venezuela erreicht zunehmend auch Spanien. 40 Prozent der dort gestellten Asylanträge kamen in diesem Jahr von Venezolanern, wie die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Madrid, Maria Jesus Vega, sagte. Am Freitag warnte die Organisation für Migration (IOM) vor einer Verschärfung der Venezuela-Krise.

„Hier baut sich eine Krise auf, wie wir sie in anderen Weltregionen erlebt haben“, sagte IOM-Sprecher Joel Millman in Genf. Er verwies auf jüngste fremdenfeindliche Gewalt gegen Venezolaner in Brasilien. „Das sind Frühwarnzeichen, dass eine schwierige Situation sich sehr schnell in eine richtige Krise auswachsen kann. Wir müssen uns auf so eine Entwicklung vorbereiten.“

Insgesamt haben Venezolaner nach UNHCR-Angaben bis Mitte August fast 13.000 Asylgesuche in Spanien gestellt. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 10.600 Anträge - verglichen mit nur 120 im Jahr 2014. Auch die Zahl derer, die ohne Asylantrag ein neues Leben in Spanien suchten, stieg deutlich: von gut 160.000 im Jahr 2014 auf fast 210.000 im vergangenen Jahr. Rund 90 Prozent der mehr als 1,6 Millionen Venezolaner, die seit 2015 das Land verlassen haben, bleiben nach IOM-Angaben aber in der Region.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren