Zäune sollen Tiere vor dem Wolf schützen

Ideenaustausch im Südtiroler Ultental direkt an der Grenze zum Trentino: Dort rissen Wölfe 2017 40 Schafe. Heuer werden dort erstmals Herdenschutzmaßnahmen erprobt. Ein Anfang ist bereits gemacht.

© Land Tirol/Entstrasser-Müller

Innsbruck, Bozen –Von der Tiroler Landesregierung wurde die Steuerungsgruppe „Herdenschutz und große Beutegreifer“ eingerichtet. Sie besteht aus Experten aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Veterinärwesen, Umwelt und Jagd. Aufgabe dieser Gruppe ist es, Strategien zu erarbeiten, um Weidetiere vor den großen Beutegreifern schützen zu können. Geprüft werden dabei Herdenschutzmaßnahmen wie Behirtung, Elektrozäune oder Schutzhunde in alpinen und hochalpinen Gebieten. Unlängst stattete die Steuerungsgruppe der Kirchbergalm im Südtiroler Ultental direkt an der Grenze zum Trentino einen Besuch zum Ideenaustausch ab. Dort verzeichnete man im vergangenen Jahr rund 40 vom Wolf gerissene Schafe. Heuer werden dort erstmals Herdenschutzmaßnahmen erprobt.

700 Schafe und Ziegen sowie 210 Rinder weiden auf der hochalpinen Alm, die sich über 1800 Hektar bis auf 3000 m Seehöhe erstreckt. Noch sieht man vom Herdenschutz erst ein paar Holzpflöcke. In unmittelbarer Nähe der Schäferhütte auf 2300 Metern Seehöhe wird demnächst ein 1,40 Meter hoher Holzzaun mit 400 Laufmetern errichtet. Dieser wird von einem stromdurchflossenen Netzzaun auf zwei Meter Höhe aufgestockt. Kommt der Wolf, sollen die im weitläufigen Almgebiet verstreuten 700 Schafe und Ziegen zusammengetrieben werden und die Nächte sicher in diesem Pferch verbringen.

„Wir setzen beim Thema große Beutegreifer und Herdenschutz auf Erfahrungsaustausch und einen gemeinsamen Weg“, bedankte sich LHStv. Josef Geisler bei seinem Südtiroler Amtskollegen LR Arno Schuler anlässlich des Lokalaugenscheins. Dass Herdenschutz im alpinen Gebiet eine mehr als große Herausforderung ist, darüber sind sich alle einig. Und auch Südtirol steht erst am Anfang. „Einen wolfsfreien Alpenraum wird es nicht mehr geben. So ehrlich müssen wir sein“, begründet LR Schuler die Anstrengungen Südtirols. (TT)

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