IS-Prozess mit Wien-Bezug: Jugendstrafe für deutschen Terrorhelfer

Düsseldorf/Wien (APA/dpa/AFP) - Ein junger Unterstützer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) ist in Düsseldorf vom Oberlandesgericht zu d...

Düsseldorf/Wien (APA/dpa/AFP) - Ein junger Unterstützer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) ist in Düsseldorf vom Oberlandesgericht zu drei Jahren und neun Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 22-Jährige einem österreichischen IS-Terroristen Unterschlupf in Neuss gewährt und ihm beim Bau eines Sprengsatzes geholfen hat. Das berichtete ein Gerichtssprecher am Freitag.

Die Öffentlichkeit war bei dem Jugendstrafprozess ausgeschlossen. Eine 17-jährige Mitangeklagte erhielt als IS-Unterstützerin neun Monate Haft auf Bewährung. Beide sind deutsche Staatsangehörige und hatten Geständnisse abgelegt.

Die Minderjährige war mit dem Österreicher nach islamischem Recht verheiratet und habe ihn bei der Anschlagsplanung auch finanziell unterstützt. Den ursprünglichen Plan eines Selbstmordanschlags auf die US-Militärbasis im westdeutschen Ramstein hätten die Beteiligten aufgegeben.

Der mittlerweile 19-jährige Wiener war im April in Wien als IS-Terrorist zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte versucht, einen Zwölfjährigen zu einem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen anzustiften. Der geplante Selbstmordanschlag war gescheitert, weil es dem Zwölfjährigen nicht gelungen war, den selbst gebastelten Sprengsatz zu zünden. Die Polizei fand die Nagelbombe im Dezember 2016 hinter einem Gebüsch.

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Der Deutsche war im Jänner 2017 von einem Spezialeinsatzkommando in seiner Wohnung in Neuss festgenommen worden. Der Wiener wurde damals nach Hinweisen aus Deutschland in Österreich gefasst.


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