Ungarn und Belgien wollen keine „Diciotti“-Migranten aufnehmen

Rom (APA) - Ungarn und Belgien wollen keinen der 150 Migranten an Bord des Schiffes „Diciotti“ der italienischen Küstenwache aufnehmen, die ...

Rom (APA) - Ungarn und Belgien wollen keinen der 150 Migranten an Bord des Schiffes „Diciotti“ der italienischen Küstenwache aufnehmen, die seit vier Tagen auf die Landung warten. Dies berichteten italienische Medien am Freitag. Der italienische Außenminister, Enzo Moavero Milanesi, beschwerte sich indes über mangelnde Kooperationsbereitschafts seitens der EU-Partner.

Der italienischen Außenminister hatte am Donnerstag seinen ungarischen Amtskollegen Peter Szijjarto getroffen und ihn zur Aufnahme eines Teils der „Diciotti“-Flüchtlinge aufgerufen. Dieser lehnte jedoch ab, teilte das Außenministerium in Rom am Freitag mit.

Die Einwanderungspolitik der italienischen und ungarischen Regierung seien sich in mehreren Aspekten ähnlich. „Die ungarische Regierung arbeitet mit all jenen zusammen, die der Meinung sind, dass die Priorität der Kampf gegen Schlepperei und Grenzschutz sind“, so der ungarische Außenminister. „Wir dürfen keiner Erpressung nachgeben: Weder jener der Schlepper noch jener der sogenannten Hilfsorganisationen“, sagte Szijjarto nach Angaben italienischer Medien.

Auch Belgien will keine Flüchtlinge aus Italien aufnehmen. Der belgische Innenminister Theo Francken erklärte, sein Land sei nicht mehr bereit, illegale Migranten aus Nordafrika aufzunehmen. „Das ist nicht die Lösung“, sagte Francken nach Medienangaben.

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Moavero Milanesi betonte, dass sich Italien mehr Unterstützung seitens der EU-Partner im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik erhofft hatte. „Italien hat jahrelang tausende Menschenleben gerettet. Auch in den letzten Monaten haben wir kontinuierlich Menschen in Seenot gerettet, was die anderen EU-Partner auch mehrmals anerkannt haben. Wir fordern, dass auf schöne Worte jetzt konkrete Handlungen, wahre Solidarität folgt“, so der Außenminister.


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