UNHCR fordert Lösung für Migranten an Bord von „Diciotti“-Schiff

Rom/Genf (APA) - Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat die EU-Mitgliedsstaaten zu einer dringenden Lösung für die 150 Migranten aufgerufen,...

Rom/Genf (APA) - Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat die EU-Mitgliedsstaaten zu einer dringenden Lösung für die 150 Migranten aufgerufen, die sich an Bord des Schiffes der italienischen Küstenwache „Diciotti“ im sizilianischen Hafen von Catania befinden. Es sei wichtig, sofort für die Umverteilung der Migranten zu sorgen.

UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi meinte, dass ein Konkurrenzkampf unter den EU-Mitgliedsstaaten ausgebrochen sei, wer die geringste Verantwortung für die im Meer geretteten Migranten übernehme. „Es ist gefährlich und unmoralisch, das Leben der Flüchtlinge aufs Spiel zu setzen, während die Staaten mit einem politischen Machtkampf für langfristige Lösungen in der Migrationsproblematik beschäftigt sind“, schrieb Grandi in einer Presseaussendung.

Auch die katholische Kirche drängt auf eine sofortige Lösung für die Migranten, die seit fünf Tagen an Bord der „Diciotti“ auf die Landung in Catania warten. „An Bord dieses Schiffes befinden sich leidende Menschen. Wären sie Tiere, würde man sie besser behandeln. Wer einen Hund aussetzt, wird rechtlich verfolgt, während hier Menschen im Meer sich selbst überlassen werden“, so Kardinal Francesco Montenegro, Erzbischof der sizilianischen Stadt Agrigent und Präsident der italienischen Caritas im Interview mit der Tageszeitung „La Stampa“ (Samstagsausgabe).

Die italienische Regierung bleibt hart. „Niemand darf Italien in Sachen humanitäre Hilfe Lehren erteilen. Die italienische Regierung verlangt von der EU lediglich, dass diese ihren Pflichten nachkommt, wie beim EU-Gipfeltreffen im Juni vereinbart“, twitterte der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli, der für Italiens Häfen zuständig ist.

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~ WEB http://www.unhcr.org ~ APA091 2018-08-25/12:04


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