Ernst J. Schmidlechner: Der Mann für die schönen Lyrics

Der Autor Ernst J. Schmidlechner ist gerade 60 geworden. Seine Liedtexte sind erfolgreich und gefragt wie selten zuvor.

Ernst und Sabine Schmidlechner, ein perfektes Team.
© Krug

Von Hubert Trenkwalder

Inzing –Was macht ihn denn aus, den perfekten Schlagertext? Herz, Schmerz, Sommer, Sonn­e, Berghüttenromanze?

Wenn man die Lyrics von Ernst J. Schmidlechner seziert, erübrigt sich die Frage. Ein Song braucht nicht viel außer eine gute Idee. Und diese gehen dem Autor noch lange nicht aus. In diesem Jahr ist er 60 Jahre alt geworden, und eines ist klar: Es gibt aktuell kaum einen erfolgreicheren und fleißigeren Text­lieferanten für die heimische Schlagerszene als den Inzinger.

An die 200 Texte im Jahr fertigt er, und in guten Jahren werden 150 davon veröffentlicht. Eine schier unglaubliche Zahl. Woher kommen die ganzen zündenden Ideen? „Ich bin gern auf Reisen, hole mir da viele Inputs. Bei einem gemütlichen Spaziergang, im Gespräch mit Menschen, praktisch zu jeder Zeit kann einen die Muse küssen.“

Von der Idee zum fertigen Song sind dann einige Herausforderungen zu meistern, das Ausarbeiten ist auch oft einfach harte Arbeit. „Die größte Hürde ist dann meist abschließend meine Frau Sabine. Sie ist mein kreatives Regulativ“, lacht der charismatische „Schmidl“, wie ihn seine Freunde und Partner nennen. „Wenn Sabine ihr Okay nicht gibt, gehe ich manchmal auch etwas übelgelaunt wieder in meine Schreibwerkstatt und feile so lange rum, bis der Songtext dann wirklich passt. Und meistens behält sie recht, und das Ergebnis hat sich verbessert. So geht es uns Männern halt meistens.“

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Die Zahlen, die Schmidlechner zu bieten hat, sind eigentlich unglaublich und gleichermaßen beeindruckend: 1998 wurde sein erster Text verlegt, im Jahr 2000 wurde ihm schon die erste Goldene überreicht.

Nun sind insgesamt 1250 Lieder von Schmidlechner im Umlauf, 57 Gold- und Platin-Awards hat er zu Hause hängen. Der bisher erfolgreichste war „A Musikant im Trachtengwand“, mit dem die Edlseer & Stoakogler den österreichischen Grand Prix für sich entscheiden konnten.

Bei all diesen Erfolgen besteht kein Platz für Selbstzweifel, oder etwa doch? „Ich habe schon manchmal Angst davor, dass ich mit meinen Texten die Menschen einfach nicht mehr erreiche, also ihre Sprache nicht mehr spreche. Damit lebt wahrscheinlich jeder Autor irgendwie. Aber solange die Menschen meine Texte mögen, mache ich weiter. Es ist ein schöner Job, Menschen mit seinem kreativen Output Freude zu machen und sie zu erreichen.“

Und es besteht kein Zweifel, dass dem jung gebliebenen Jubilar noch viele erfolgreiche Jahre bevorstehen. Das wünscht man ihm gern zum 60. Geburtstag.


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