Papst zu zweitägigem Besuch in Irland eingetroffen

Dublin (APA/AFP/dpa) - Als erstes katholisches Kirchenoberhaupt seit fast 40 Jahren ist Papst Franziskus am Samstag zu einem Besuch in Irlan...

Dublin (APA/AFP/dpa) - Als erstes katholisches Kirchenoberhaupt seit fast 40 Jahren ist Papst Franziskus am Samstag zu einem Besuch in Irland eingetroffen. Anlass seines Besuchs ist der Abschluss des katholischen Weltfamilientreffens in Dublin. Eine wichtige Rolle dürften aber auch die Missbrauchsskandale spielen, die der früher mächtigen katholischen Kirche in Irland einen dramatischen Vertrauensverlust beschert haben.

Laut Vatikan will Franziskus mit Missbrauchsopfern zusammentreffen. Auch ein Gebet in einer den Opfern sexuellen Missbrauchs gewidmeten Kapelle in Dublin ist geplant.

Begrüßt wurde der Papst nach der Landung am Samstag vom stellvertretenden Premierminister Simon Coveney. Die Planung für den ersten Besuchstag sieht eine Fahrt mit dem Papamobil durch Dublin, einen Besuch in einer Unterkunft für obdachlose Familien und am Abend einen Auftritt beim Weltfamilientreffen vor. Höhepunkt des Papstbesuchs soll eine Messe am Sonntag in Dublin sein, zu der 500.000 Menschen erwartet werden.

Kritiker haben aus Protest gegen die Missbrauchsskandale zum Boykott der Messe aufgerufen und eine Gegenveranstaltung im Stadtzentrum von Dublin angekündigt. Es ist der erste Besuch eines Papstes in Irland seit der Visite von Johannes Paul II im Jahr 1979.

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Der irische Gesundheitsminister Simon Harris sprach von „gemischten Gefühlen“ zum Papstbesuch. „Aufregung für viele, Gefühle von Schmerz für andere“, schrieb er auf Twitter. Harris steht wie auch der offen homosexuelle Regierungschef Leo Varadkar für ein liberales Irland. Beide setzten sich bei einem Referendum im Mai vehement für eine Lockerung des Abtreibungsverbots in dem Land ein - und setzten sich durch.

Im früher streng katholischen Irland hat sich die Stimmung in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Ende Mai sprach sich eine deutliche Mehrheit in einem Referendum für ein Ende des Abtreibungsverbots aus. Drei Jahre zuvor stimmte eine ebenfalls deutliche Mehrheit für die Legalisierung der Homo-Ehe.


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