Iran: Inhaftierte Menschenrechtlerin Sotoudeh tritt in Hungerstreik

Teheran (APA/dpa) - Die iranische Menschenrechtlerin und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotoudeh ist in den Hungerstreik getreten. Das gab si...

Teheran (APA/dpa) - Die iranische Menschenrechtlerin und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotoudeh ist in den Hungerstreik getreten. Das gab sie am Samstag auf der Facebook-Seite ihres Ehemannes Reza Khandan bekannt. Die Aktion sei notwendig, weil ihre diversen Anfragen an die Behörden alle ignoriert worden seien.

Außerdem hätten Sicherheitsbeamte in den letzten Tagen auch Druck auf ihre Familie, Verwandte und Freunde ausgeübt. Mit dem Hungerstreik hoffe sie, dass sich Gerechtigkeit durchsetze.

Die 55-Jährige sitzt seit ihrer Verhaftung im Juni im berüchtigten Evin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran. Vorgeworfen wird ihr staatsfeindliche Propaganda, Beleidigung des obersten Führers und seit letzter Woche auch Spionage. Sotoudeh hat alle Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen. Auch lehnt sie es ab, eine Kaution von umgerechnet 125.000 Euro für eine Freilassung bis zu ihrem Gerichtstermin zu hinterlegen.

Sotoudeh arbeitet hauptsächlich als Anwältin für Dissidenten. In den vergangenen Monaten hat sie zudem die Verteidigung zwei junger Frauen übernommen, die öffentlich gegen das Kopftuchverbot protestiert hatten und in Haft gekommen waren.

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Die Sacharow-Preisträgerin war bereits 2010 wegen angeblicher Propaganda gegen das von islamischen Geistlichen beherrschte Establishment zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Nach der Wahl Hassan Rouhanis zum Präsidenten wurde die Regimekritikerin im September 2013 vorzeitig aus der Haft entlassen.


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