Irischer Präsident schilderte Papst die Wut von Missbrauchsopfern

Dublin/Vatikanstadt (APA) - Der irische Staatspräsident Michael Higgins hat mit Papst Franziskus über den sexuellen Missbrauch durch Klerike...

Dublin/Vatikanstadt (APA) - Der irische Staatspräsident Michael Higgins hat mit Papst Franziskus über den sexuellen Missbrauch durch Kleriker der römisch-katholischen Kirche in seinem Land gesprochen. Ein Thema der privaten Unterredung am Samstag sei das „ungeheure Leiden“ gewesen, das von einigen Mitgliedern der katholischen Kirche verursacht worden sei, teilte das Präsidialamt nach dem Treffen laut Kathpress mit.

Demnach schilderte das Staatsoberhaupt dem Papst die Wut der Betroffenen. Es sei der Eindruck entstanden, diejenigen, die Missbrauchfälle bei den Behörden anzeigen sollten und dies nicht getan hätten, seien ihrerseits straflos geblieben. Der Präsident lobte zugleich die „ehrliche und freimütige Sprache“, mit der Franziskus das Thema in seinem am Montag veröffentlichten Brief zum Missbrauch angegangen habe. Von entsprechenden Maßnahmen würden alle profitieren, betonte Higgins.

Daneben ging es der Mitteilung zufolge bei der Unterredung um Fragen des Klimawandels, der sozialen Ungleichheit, gewaltsamer Konflikte und der Migration. Higgins teile dabei die Sorge des Papstes über die Trägheit im Umgang mit globalen Problemen, die Franziskus als „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ beschrieben habe, hieß es.

Weiter warb Higgins für Gleichberechtigung. Eine Diskriminierung, „einschließlich jener aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung“, habe große Leiden verursacht und verursache sie immer noch.

Es war das dritte Mal, dass sich Higgins und Franziskus persönlich trafen. Der Papst hält sich an diesem Wochenende zu einem zweitägigen Besuch in Irland auf. Anlass ist der Abschluss des katholischen Weltfamilientreffens in Dublin.


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