Papst hat acht irische Missbrauchsopfer getroffen - Vatikan

Dublin/Vatikanstadt (APA/AFP) - Der Papst hat bei seinem Besuch in Irland acht Missbrauchsopfer getroffen. Papst Franziskus habe am frühen S...

Dublin/Vatikanstadt (APA/AFP) - Der Papst hat bei seinem Besuch in Irland acht Missbrauchsopfer getroffen. Papst Franziskus habe am frühen Samstagabend acht „Überlebende“ getroffen, die von Mitgliedern des Klerus, Mönchen und Vertretern der katholischen Institutionen missbraucht worden seien, teilte Vatikan-Sprecher Greg Burke mit. Die Begegnung habe eineinhalb Stunden gedauert.

Zuvor hatte Papst Franziskus der Kirche „Versagen“ im Umgang mit den Missbrauchsskandalen in Irland bescheinigt. Das Fehlverhalten der Kirche bleibe „eine Quelle des Schmerzes und der Scham für die katholische Gemeinschaft“, sagte er.

Papst Franziskus hat in Irland auch für Opfer sexuellen Missbrauchs gebetet. In der Bischofskirche St. Mary‘s in Dublin besuchte er laut Kathpress am Samstag eine Seitenkapelle, die dem Gedenken an von Priestern missbrauchte Minderjährige gewidmet ist. Neben dem Tabernakel brennt dort eine weiße Kerze auf einem Leuchter. Die Kapelle wurde anlässlich eines Bußgottesdienstes im Februar 2011 eingerichtet. Franziskus verweilte dort minutenlang schweigend.

Die Missbrauchsskandale haben der einstmals mächtigen katholischen Kirche in Irland einen dramatischen Vertrauensverlust beschert. In den vergangenen Jahren war durch mehrere Untersuchungsberichte bekanntgeworden, dass in katholischen Einrichtungen und durch Kirchenmitarbeiter über Jahrzehnte Tausende Kinder und Jugendliche misshandelt und sexuell missbraucht wurden. In der Bußzeremonie 2011 wuschen der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, gemeinsam mit Kardinal Sean O‘Malley acht Missbrauchsopfern die Füße. Beide baten damals um Vergebung für die „Sünden der Kirche“.

Der Bostoner Kardinal O‘Malley, war seinerzeit von Benedikt XVI. mit einer Untersuchung der kirchlichen Lage in Irland beauftragt worden. Seit 2014 ist O‘Malley Vorsitzender der von Franziskus eingerichteten päpstlichen Missbrauchskommission. Seine geplante Teilnahme am Weltfamilientreffen, das der Anlass des Papstbesuchs ist, musste der Kardinal wegen einer nicht näher bezeichneten Krise in seinem Priesterseminar in Boston absagen.


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