„Diciotti“ - Migranten können Rettungsschiff bald verlassen

Rom/Catania (APA/dpa) - Die seit Tagen im Hafen von Catania festsitzenden Migranten sollen in den kommenden Stunden das Rettungsschiff „Dici...

Rom/Catania (APA/dpa) - Die seit Tagen im Hafen von Catania festsitzenden Migranten sollen in den kommenden Stunden das Rettungsschiff „Diciotti“ verlassen können. Um den Großteil der Menschen werde sich die italienische katholische Kirche kümmern, sagte Innenminister Matteo Salvini am Samstagabend bei einem Auftritt in Pinzolo. Einige der Migranten nehmen Albanien und Irland auf.

Insgesamt 190 Migranten waren am 16. August aus Seenot gerettet worden, das Schiff der italienischen Küstenwache durfte erst Montag mit 177 von ihnen in Catania einlaufen. Bisher konnten nur Minderjährige und Kranke von Bord gehen.

Italien hatte am Freitag den EU-Partnern mit einem Stopp der Zahlungen an Brüssel gedroht, sollte es keine Einigung auf eine Übernahme der Migranten auf der „Diciotti“ durch die EU-Partner geben. Die EU-Kommission verwahrte sich gegen Erpressungsversuche. Italien verlangt von anderen EU-Staaten, dass diese ebenfalls Flüchtlinge aufnehmen. Die EU-Partner lehnten diese Forderung mit der Begründung ab, dass die Zahl der heuer in Italien eingetroffenen Migranten stark gesunken sei. Das Dublin-System der EU sieht vor, dass in der Regel jener Staat für einen Migranten zuständig ist, in dem er zuerst den Boden der EU betritt. Oft ist daher Italien betroffen.


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