McCain - Kurz und Kneissl kondolieren

Wien (APA) - Mit dem ableben des US-Senators John McCain verliere Amerika einen außerordentlichen Politiker. Europa verliere einen Freund, d...

Wien (APA) - Mit dem ableben des US-Senators John McCain verliere Amerika einen außerordentlichen Politiker. Europa verliere einen Freund, der immer an die transatlantische Zusammenarbeit geglaubt habe, schreibt Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf Twitter. „Er hatte eine klaren moralischen Kompass und zielte immer darauf, seinem Land zu dienen“. Er kondoliere der Familie aus ganzem Herzen.

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) schrieb, ebenfalls auf Twitter: Mit Senator John McCain haben die USA eine ihrer prononciertesten Stimmen zur Außen- und Sicherheitspolitik und eine führende Stimme gegen die Folter verloren. „Unsere Gedanken sind mit seiner Familie und Freunden“.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) erklärte, der prominente Politiker der Republikaner „stand für ein Amerika, das ein verlässlicher und enger Partner ist“. McCain habe ein Amerika repräsentiert, „das aus Stärke Verantwortung für andere übernimmt und auch in schwierigen Momenten zu seinen Werten und Prinzipien steht“.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) nannte den Tod des 81-Jährigen in einem Beileidsschreiben an McCains Familie einen „schweren Verlust für die Weltgemeinschaft“. Deutschland verliere in ihm „eine Stütze der deutsch-amerikanischen Beziehungen und einen Freund Deutschlands“.

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Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (68) hat tiefe Trauer über den Tod des US-Republikaners John McCain geäußert. Netanjahu würdigte McCain am Sonntag als „großen amerikanischen Patrioten und großen Unterstützer Israels“. Quelle seiner anhaltenden Unterstützung für den jüdischen Staat seien McCains „Glaube an Demokratie und Freiheit“ gewesen, hieß es in einer Mitteilung Netanjahus. „Der Staat Israel salutiert McCain.“

Der Tod von US-Senator John McCain hat auch beim ehemaligen Kriegsgegner Vietnam Trauer ausgelöst. Der Politiker und Vietnam-Veteran galt in dem südostasiatischen Land als ein Brückenbauer. „Ich weiß, er hat viel dazu beigetragen, die Beziehungen zwischen Vietnam und den USA zu normalisieren“, sagte etwa der Unternehmer Tran Hoan am Sonntag. Auch die staatlichen vietnamesischen Medien berichteten ausführlich über seinen Tod.

Der Navy-Pilot McCain war im Vietnamkrieg in Kriegsgefangenschaft geraten und wurde gefoltert. Erst nach fünf Jahren kam er frei. 1985 besuchte er als Kongressabgeordneter erstmals wieder Vietnam. In den darauf folgenden Jahren verhandelte er unter anderem das Ende des letzten US-Embargos gegen Vietnam 2016 und reiste immer wieder in das Land, zuletzt 2017.

McCain war am Samstag an einem Gehirntumor gestorben. Der Vietnamkriegs-Veteran war einer der schärfsten innerparteilichen Kritiker von US-Präsident Donald Trump. Als Präsidentschaftskandidat der Republikaner war er 2008 gegen den Demokraten Barack Obama unterlegen.


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