WM in den USA? Tiroler Reitern ist das Risiko zu hoch

Zwei Tiroler verzichten aufgrund der Reisestrapazen fürs Pferd auf die WM in den USA.

Tirols Top-Springreiter Max Kühner ist für die Weltreiterspiele gesetzt. Er tritt jedoch nur an, wenn Schimmel Chardonnay ganz fit ist.
© imago/Jacques Toffi

Von Susann Frank

Innsbruck –„Das Risiko ist zu groß. Ich habe abgesagt“, erklärt Klaus Lechner. Der Vize-Staatsmeister in der Westernreitdisziplin Reining ist jedoch nicht der einzige Tiroler, der den in zwei Wochen beginnenden Weltreiterspielen aus diesem Grund fernbleibt. Auch die Kitzbühler Springreiterin Julia Houtzager-Kayser sagte ihre Teilnahme für Tryon deswegen ab.

Eigentlich sind Weltreiterspiele ein großer Höhepunkt und im Kleinen so etwas wie Olympische Spiele für Pferdesportler. Denn auch sie werden nur alle vier Jahre ausgetragen und die Athleten der verschiedensten Disziplinen kommen ausnahmsweise zusammen, um ihren Weltmeister zu küren.

Doch der Trip in den Bundesstaat North Carolina birgt Gefahren für die teuren Vierbeiner. Sie müssen in Quarantäne. Dazu ist es eine sehr anstrengende Anreise mit Flug und Fahrten. Eine Anstrengung, die Houtzager-Kayser und Lechner ihren 14- bzw. 13-jährigen Top-Pferden Cayetano Z und Cody Rooster nicht aufbürden wollen und werden.

In der 20-köpfigen Abordnung für das Pferdesport-Groß­ereignis sind deswegen nur noch drei Tiroler aufgelistet. Besser gesagt: höchstens drei. Das Voltigier-Erfolgs-Duo Jasmin Lindner und Lukas Wacha plant fix, seinen Titel von vor zwei Jahren in der Normandie (FRA) verteidigen zu wollen. Springreiter Max Kühner hingegen wartet noch ab. Der in Österreich eingebürgerte Bayer, der wie Houtzager-Kayser für Kitzbühel startet, macht seinen Antritt von der Verfassung seines Spitzenpferdes Chardonnay abhängig. Der elfjährige Hengst war seit Jänner verletzt und ist erst seit zwei Wochen wieder im Turniereinsatz. Jedoch erfolgreich. Vergangenes Wochenende landete Österreichs Nummer eins beim 5*-Turnier in Valence (FRA) auf dem sechsten Platz. Erst im Stechen verzeichnete das Paar sechs Fehlerpunkte. Dieses Wochenende in Brüssel (BEL) wird sich der Weg für Kühner endgültig weisen.

Und was machen die beiden daheimbleibenden Tiroler in der WM-Zeit? Lechner genießt das Jungpapa-Dasein mit seiner Frau Julia und der zweiwöchigen Tochter Laura. Die in den Niederlanden wohnende Houtzager-Kayser begleitet ihren Mann, Springreiter Marc, für ein paar Tage in die USA. Zum Daumendrücken. Das geht ganz ohne Risiko.


Kommentieren


Schlagworte