Japanische Bahnangestellte müssen für Übung in Schnellzug-Tunnel

Tokio (APA/AFP) - Für eine umstrittene Sicherheitsübung schickt ein japanischer Bahn-Betreiber seine Mechaniker in die Tunnel von Hochgeschw...

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Tokio (APA/AFP) - Für eine umstrittene Sicherheitsübung schickt ein japanischer Bahn-Betreiber seine Mechaniker in die Tunnel von Hochgeschwindigkeitszügen: Fast 200 für Wartungsarbeiten zuständige Mitarbeiter mussten bereits einen bis zu 300 Stundenkilometer schnellen Shinkansen an sich vorbeirasen lassen, um ein Gefühl für die hohen Sicherheitsanforderungen zu bekommen.

Trotz Beschwerden von Mitarbeitern kündigte das Unternehmen JR West am Montag an, die Übungen fortzusetzen. „Das Training soll unseren Wartungs-Angestellten die Wichtigkeit von jedem Teil ihres Jobs vor Augen führen“, sagte ein Sprecher von JR West. „Wir achten bei den Trainings genau auf die Sicherheit.“ Der Sprecher räumte ein, dass sich Mitarbeiter beschwert haben. Aber „wir werden das Training fortsetzen und dabei sicherstellen, dass es einen Zweck verfolgt und sicher abläuft.“

In japanischen Medien äußerte einige Teilnehmer ihren Unmut. „Es war eine schreckliche Erfahrung“, sagte ein Bahn-Mitarbeiter der Zeitung „Tokyo Shimbun“. Ein anderer sagte der Zeitung „Mainichi“, die Übung sei „wie öffentliches Auspeitschen gewesen“.

Das japanische Netz aus Hochgeschwindigkeitszügen verbindet die großen Städte des Landes miteinander. Trotz eines sehr hohen Passagieraufkommens sind die Shinkansen-Züge für ihre Pünktlichkeit bekannt. Außerdem gelten die Züge als äußerst sicher. In der 50-jährigen Geschichte der Shinkansen-Züge hat es noch keinen Unfall gegeben, bei dem ein Mensch ums Leben kam.

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Dass es dennoch ein ungewöhnlich hartes Sicherheitstraining für die Mechaniker gibt, begründete der Unternehmenssprecher mit einem Vorfall vom August 2015. Damals war ein Teil der Außenverkleidung eines Shinkansen abgefallen.


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