Nun doch alternative Standorte für Altholzaufbereitung im Spiel

Beim Infoabend zur geplanten Altholzaufbereitungsanlage in Langkampfen sprach der Bürgermeister von Alternativen. Aber es gibt Bedenken.

  • Artikel
  • Diskussion
© Jasmine Hrdina

Langkampfen –Da staunten die rund 120 Langkampfner, die am Montagabend zum Infoabend zur geplanten Altholzaufbereitungsanlage gekommen waren, nicht schlecht: Nach etwa einer Stunde voller emotionaler Diskussionen sprach Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser plötzlich von einem „Denkansatz“ für einen alternativen Standort des 5000 Quadratmeter großen Werks. „Es wäre unredlich zu sagen, ich hätte eine Lösung. Aber ich werde in den kommenden Tagen Gespräche mit Grundeigentümern führen“, so der Ortschef. Wie sich auf Nachfrage der TT herausstellte, gäbe es sogar noch eine weitere Option im Südosten der Gemeinde: „Tauglich wären beide Grundstücke, aber es braucht eben den Goodwill der vier bis fünf Grundeigentümer“, meint Ehrenstrasser.

In den Worten des Bürgermeisters liegt viel Hoffnung, schließlich war der allgemeine Tenor der Dorfbewohner nicht zu überhören: Es gibt keinen ungeeigneteren Standort als jenen im Rückzugsgebiet des Ortsteils Niederbreitenbach.

Projektbetreiber Andreas Haas, der sich beim Treffen unter das Publikum mischte, sei „grundsätzlich nicht dagegen“. Wohl hätte er aber Bedenken, weil die Zufahrt zu dem angedachten Grundstück nahe des Fischweihers über eine Gemeindestraße erfolgen müsste. Der Weg müsste für die jährlich geplanten 4000 Lkw-Fahrten wohl ausgebaut werden. „Außerdem kann die Gemeinde die Anzahl der Fahrten und Höchstlast jederzeit beschränken, wenn sie will“, wirft der Unternehmer einen kritischen Blick in die Zukunft. 40.000 Euro habe er zudem bereits in die Planung investiert. Bis zur Genehmigung bleibe er daher auf Kurs.

Dass das eingereichte Projekt trotz negativer Stellungnahmen grünes Licht erhält, davon geht BM Ehrenstrasser aus. Bedenken hätte es demnach von naturkundlichen Sachbeauftragten gegeben, u. a. weil sich die Aufbereitungsanlage in einem Quellschutzgebiet befindet. „Es könnte Verbesserungsaufträge geben, aber es dürfte im Rahmen des Machbaren sein“, so der Bürgermeister.

Die jüngsten Entwicklungen kommentierte am Dienstag auch NR Christian Kovacevic (SPÖ): In einer Aussendung fordert der Nationalrat, die Anliegen der Anrainer zu berücksichtigen. „Es kann nicht sein, dass wirtschaftliche Interessen über die Gesundheit und Lebensqualität unserer Bevölkerung gestellt werden.“ (jazz)


Kommentieren


Schlagworte