Rotes Kreuz sucht weltweit nach fast 100.000 Vermissten

Immer wieder erreichen das Rote Kreuz Suchanfragen von Angehörigen, die ihre Liebsten infolge von Krieg, Flucht oder Vertreibung vermissen. Auch aus dem Zweiten Weltkrieg werden noch Menschen vermisst.

Tausende Menschen wurden alleine im Jahr 2017 als vermisst gemeldet.
© AFP

Berlin – Das Rote Kreuz sucht weltweit nach fast 100.000 Menschen, die infolge von Krieg, Flucht oder Vertreibung vermisst werden. Das berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) unter Berufung auf das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Demnach sei dies die höchste Zahl an Fällen seit mehr als zehn Jahren. Die Dunkelziffer liege weitaus höher.

Auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) gehen trotz sinkender Flüchtlingszahlen eigenen Angaben zufolge weiterhin viele Suchanfragen von Menschen ein, die ihre Angehörigen auf der Flucht verloren haben. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt sagte den Funke-Zeitungen: „2744 neue Anfragen der internationalen Suche erreichten uns im Jahr 2017. In den ersten sechs Monaten 2018 gingen fast 1200 Anfragen ein – fast so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.“

Laut DRK-Präsidentin waren die Hauptherkunftsländer der Suchenden und Gesuchten im vergangenen Jahr Afghanistan, Syrien, Somalia und Eritrea. „In fast 50 Prozent der Fälle konnte der DRK-Suchdienst Hilfe leisten“, sagte die DRK-Präsidentin.

Auch Vermisstenmeldung aus Zweitem Weltkrieg

Beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) reißen die Anfragen auch zu Vermissten aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs nicht ab. Im ersten Halbjahr 2018 seien dazu 4747 Anfragen eingegangen, teilte das DRK am Dienstag in Berlin zumInternationalen Tag der Vermissten am 30.August mit. Imgesamten Vorjahr seien es mehr als 8800 Anfragen gewesen. Damit blieben die Zahlen auf einem hohem Niveau.

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Aufklären konnte der Suchdienst den Angaben zufolge knapp ein Viertel dieser Fälle. „Das Interesse am Schicksal von Millionen Menschen, die durch Zweiten Weltkrieg und Vertreibungen ihre Angehörigen verloren haben, ist ungebrochen hoch“, erklärte Hasselfeldt. Viele Familien in Deutschland beschäftige dieses Thema immer noch intensiv. (dpa)


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