75. Filmfestspiele Venedig: Polemik wegen zu wenig Regisseurinnen

Rom (APA) - Vor Beginn der 75. Ausgabe der Filmfestspiele von Venedig am Mittwoch ist Festivaldirektor Alberto Barbera mit der Kritik konfro...

Rom (APA) - Vor Beginn der 75. Ausgabe der Filmfestspiele von Venedig am Mittwoch ist Festivaldirektor Alberto Barbera mit der Kritik konfrontiert, zu wenig Regisseurinnen zum Wettbewerb zugelassen zu haben. Eine einzige Filmemacherin, die Australierin Jennifer Kent, rittert mit einem Film - „The Nighingale“ - um den Goldenen Löwen. Auch in den anderen Schienen sind kaum Regisseurinnen vertreten.

Das Magazin „Hollywood Reporter“ warf den Organisatoren des Festivals „Machismus“ vor. Festivaldirektor Alberto Barbera wies den Vorwurf zurück. „Lediglich 23 Prozent der 3.400 Filmen, die wir für die diesjährige Festivalausgabe erhalten haben, sind von Regisseurinnen. Wenn es an Filmemacherin mangelt, ist es nicht unsere Schuld. Die Schuld liegt an der Filmindustrie, in der Männer das Sagen haben. Wir können nichts anderes tun, als die Filme aufgrund der Qualität und nicht aufgrund des Geschlechts des Regisseurs zu wählen“, so Barbera nach Angaben der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ (Dienstagsausgabe).

Sogenannte „Frauenquoten“ im Wettbewerb wären für die Regisseurinnen selber eine Demütigung. Man dürfe Regisseurinnen nicht in ein Ghetto einsperren, meinte Barbera.

Den Auftakt des Festivals macht am Mittwoch „First Man“ von Damien Chazelle. Der „La La Land“-Regisseur hat dabei wieder Ryan Gosling als Hauptdarsteller verpflichtet. Diesmal spielt der Kanadier Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat. Es ist damit auch der erste von 21 Beiträgen im Wettbewerb, bei dem die Jury um Guillermo del Toro („Shape of Water“) am 9. September die Hauptpreise vergeben wird. Christoph Waltz ist Jurymitglied.


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