Pflegeatlas soll Burgenländer über Angebote und Heime informieren

Eisenstadt (APA) - Der burgenländische Sozial- und Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ) hat am Dienstag den sogenannten Pflegeatlas pr...

  • Artikel
  • Diskussion

Eisenstadt (APA) - Der burgenländische Sozial- und Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ) hat am Dienstag den sogenannten Pflegeatlas präsentiert. In dem Sammelwerk finden Interessierte bzw. Betroffene sämtliche Informationen über Angebote und Einrichtungen im Pflegebereich. „Damit können wesentliche Fragen rascher und zielgerichteter beantwortet werden“, erläuterte Darabos vor Journalisten in Eisenstadt.

Informationen über die Höhe von Fördermitteln sind ebenso darin enthalten wie Landkarten mit einer Übersicht über die Einrichtungen im Burgenland bzw. wo es welche Form von Einrichtung gibt. Die Altenwohn- und Pflegeheime sind außerdem nach Bezirken aufgeschlüsselt. Der Pflegeatlas wird über die Bezirkshauptmannschaften und Gemeinden verteilt, kann aber auch online abgerufen werden.

Derzeit gibt es im Burgenland laut Darabos knapp 19.000 Pflegegeldbezieher. Etwa ein Zehntel davon habe einen Platz in einem Heim. Seit Wegfall des Pflegeregresses habe man zwar einen stärkeren Zuwachs registriert, der erwartete Run sei aber ausgeblieben, so Darabos. Einen kolportierten Engpass beim Pflegepersonal sehe er „eigentlich“ nicht.

Für die Zukunft will man sich im Burgenland auf die Pflege und Betreuung daheim konzentrieren. Was die Generation 60plus tatsächlich will, soll in einer Bürgerbefragung eruiert werden. Diese werde über die Fachhochschule Burgenland abgewickelt. Die Ergebnisse sollen dann in den ausstehenden Bedarfs- und Entwicklungsplan einfließen. Mit einer Fertigstellung sei laut dem Landesrat in ein, zwei Monaten zu rechnen. Man lasse sich hier nicht unter Druck setzen, reagierte er auf Kritik u.a. von der ÖVP, die sich seit einigen Wochen intensiv mit dem Thema Pflege befasst und etwa auf den ausständigen Pflegebedarfsplan pocht oder kritisiert, dass die Dokumentationspflicht des Pflegepersonals ausarte.

Kritik übte auch Darabos - und zwar an „gewissen Agenturen“, die die Einführung von Fördermitteln des Landes seit dem heurigen Jahr ausnützen würden. Konkret gibt es vom Land ab der Pflegestufe 4 und bei Demenz ab der Pflegestufe 3 im Durchschnitt 400 bis 500 Euro Zuschuss für Pflegebedürftige, die gewisse Kriterien erfüllen. Bisher seien 700 Anträge eingelangt, ein Großteil sei bereits positiv beschieden worden.

Weiters werden im Land ab 2019 sogenannte Case- und Care-Manager in jedem Bezirk eingesetzt. „Da läuft die Ausschreibung gerade“, so der Landesrat. Konkret seien die Manager des Landes - anders als jene im Spital - für „alle Bereiche“ zuständig, meinte Darabos. Die Mitarbeiter werden in den Bezirkshauptmannschaften sitzen und bei Bedarf auch nach Hause kommen und dort beraten.

(S E R V I C E - Pflegeatlas abrufbar unter: http://go.apa.at/pLUfSSKe)


Kommentieren