Ein „First Man“ und wenige Regisseurinnen am Lido

Inzwischen hat die Debatte um Geschlechtergerechtigkeit in der Branche auch das älteste Filmfestival der Welt erreicht.

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Aufbruch zum Mond: Damien Chazelles „First Man“ eröffnet heute Abend die Filmfestspiele von Venedig.
© UPI

Venedig –Heute Abend beginnen die 75. Filmfestspiele von Venedig. Und inzwischen hat die Debatte um Geschlechtergerechtigkeit in der Branche auch das älteste Filmfestival der Welt erreicht. Das Branchenblatt Hollywood Reporter warf dem Direktor der „Mostr­a Internazionale del Cinema“, Alberto Barbera, in seiner jüngsten Ausgabe „Machismo“ vor. Nicht ganz unbegründet: Mit „The Nightingale“ der Australierin Jennifer Kent läuft nur ein von einer Frau inszenierter Film im Wettbewerb. Auch in den Nebenschienen sind kaum Regisseurinnen vertreten.

Barbera konterte: „Nur 23 Prozent der 3400 für das Festival eingereichten Filme sind von Regisseurinnen. Wenn es an Filmemacherinnen mangelt, liegt die Schuld bei der Filmindustrie, in der Männer das Sagen haben. Wir können nichts anderes tun, als die Filme aufgrund der Qualität und nicht aufgrund des Geschlechts des Regisseurs zu wählen.“ Von einer Frauenquote für den Wettbewerb hält der Festivaldirektor wenig: „Das käme einer Demütigung gleich“, so Barber­a im Gespräch mit der Tageszeitung Il Messaggero.

Eröffnet wird das Festival heute mit „First Man“ von Damien Chazelle. Ryan Gosling spielt darin den Astronauten Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat. „First Man“ ist einer von 21 Wettbewerbsbeiträgen. Auch die neuen Filme von Joel und Ethan Coen („The Ballad of Buster Scruggs“), Alfonso Cuarón („Roma“) und Florian Henckel von Donnersmarck („Werk ohne Autor“) konkurrieren um den Goldenen Löwen. Den Vorsitz der Jury, der heuer auch der österreichische Schauspieler Christoph Waltz angehört, hat Vorjahressieger Guillermo del Toro („Shape of Water“) inne. Die Preise werden am 9. September vergeben. (jole, dpa, Reuters)

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