Neue Sky-Serie „Sharp Objects“: Dauertrauma in der Klischeefalle

Wien (APA/dpa) - Der eigenen - womöglich unschönen - Vergangenheit stellt sich kaum jemand gern. In der neuen US-Serie „Sharp Ojects“ (ab Do...

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Wien (APA/dpa) - Der eigenen - womöglich unschönen - Vergangenheit stellt sich kaum jemand gern. In der neuen US-Serie „Sharp Ojects“ (ab Donnerstag auf Sky Atlantic HD) muss eine Journalistin genau das tun. Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Bestsellerautorin Gillian Flynn. Sie hat auch bei diesem Projekt ihre Finger im Spiel.

Camille Preaker (Amy Adams) ist Kriminalreporterin mit Leib und Seele. Aber beide haben stark gelitten. Sie ist Alkoholikerin, hat sich mehrfach selbst verstümmelt und war lange in der Psychiatrie. Jetzt schickt sie ihr Chef und Mentor Frank Curry (Miguel Sandoval) in ihre Heimatstadt Wind Gap im US-Bundesstaat Missouri zurück, um über den Tod zweier junger Mädchen zu recherchieren. Dabei sucht sie die Hilfe von Ermittler Richard Willis (Chris Messina) und Polizeichef Vickery (Matt Craven).

Sie wohnt wieder in ihrem Elternhaus, bei ihrer Mutter Adora (Patricia Clarkson), die es zu einem beachtlichen Anwesen gebracht hat. Die Frau ist allerdings eine Tyrannin und behandelt nicht nur ihr Hausmädchen wie den letzten Dreck. Jetzt zwingt sie ihre Tochter dazu, sich mit ihren persönlichen Dämonen zu beschäftigen. Während Camille versucht, mühsam das Puzzle ihrer Vergangenheit zusammenzusetzen, verbeißt sie sich in die Schicksale der beiden Opfer und fällt bald in alte selbstzerstörerische Gewohnheiten zurück.

Die Serie aus dem Hause HBO basiert auf der Buchvorlage der erfolgsverwöhnten US-amerikanischen Bestseller-Autorin Gillian Flynn, die selbst einmal als Journalistin gearbeitet hat. Schon das Drehbuch zu ihrem spannenden Thriller „Gone Girl“ schrieb sie selbst - und nun zusammen mit Marti Noxon („Mad Men“) auch das für die Miniserie, bei der sie auch ausführende Produzentin ist. Regie führt Jean-Marc Vallée („Big Little Lies“). Die Hauptrolle ist mit Amy Adams („Arrival“, „American Hustle“) hervorragend besetzt, Patricia Clarkson („Six Feet Under“, „House of Cards“) glänzt als ihre Serienmutter.

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Allerdings wimmelt es in dieser Serie von Stereotypen: Natürlich ist der kleine Ort ein gottverlassenes Kaff samt staubiger Straßen und brummender Ventilatoren in heißer Sommerluft, dazu läuft sattsam bekannte Blues- und Rockmusik. Die Handlung ist betulich bis zäh inszeniert. Den Charakteren mangelt es an Originalität und Tiefe, dafür wirken sie umso klischeehafter. Der Sheriff trägt nicht nur einen dicken Schnauzer, sondern hat auch noch immer üble Laune. Camille beim Taumeln durchs Dauertrauma zuzuschauen, ermüdet irgendwann. Aber „Frauen komplett durch den Wind“ scheint eben ein beliebtes Subgenre der regen aktuellen Serienproduktion.

Und das Ende? In der Buchvorlage ein forcierter finaler Twist, bleibt es im Fernsehen seltsam offen - und mancher Zuschauer etwas ratlos zurück. Eine zweite Staffel ist nicht geplant.


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