Sechseinhalb Jahre Haft für gewalttätigen Juwelier-Räuber

Wien (APA) - Ein mittlerweile 46-jähriger Serbe hat am Dienstag am Wiener Landesgericht die Rechnung für einen brutalen Überfall auf ein Juw...

Wien (APA) - Ein mittlerweile 46-jähriger Serbe hat am Dienstag am Wiener Landesgericht die Rechnung für einen brutalen Überfall auf ein Juwelier-Geschäft in Wien-Penzing präsentiert bekommen. Für den Raub vom 31. Jänner 2012 fasste der Mann sechseinhalb Jahre Haft aus. Verteidiger Klaus Ainedter war damit einverstanden, das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Der Angeklagte hatte seit 2009 in Österreich gelebt und sich als Arbeiter auf Baustellen verdingt. Als er seinen Job verlor, hätte er vom S kein Geld bekommen, um seine zwei kleinen Kinder ernähren zu können, schilderte er nun einem Schöffensenat (Vorsitz: Claudia Bandion-Ortner): „Da habe ich diese dumme Idee gehabt, den Diebstahl, den Raub zu begehen.“

Zunächst kundschaftete der Mann das Geschäft aus und gab vor, sich für Schmuck zu interessieren. Ein paar Stunden später kehrte er zurück und ließ sich vom Inhaber ausgesuchte Schmuckstücke vorlegen. Plötzlich zog er einen Pfefferspray und sprühte dem damals 71 Jahre alten Mann Reizgas ins Gesicht, schlug ihn zu Boden, fesselte ihm die Hände mit mitgebrachten Handschellen, die Beine mit Klebeband und knebelte das Opfer auch noch.

„Als er sich gewehrt hat, bin ich erschrocken“, gab der Angeklagte zu Protokoll. Das Reizgas habe er nur verwendet, „um ihn zu beruhigen.“ Mit Uhren und Schmuck im Wert von 25.400 Euro gelang dem Serben die Flucht. Den betagten und hilflosen Geschäftsmann ließ er mit einer Schädelprellung, Hämatomen und Abschürfungen liegen.

Der 71-Jährige konnte sich aus seiner misslichen Lage befreien, indem er Richtung Ausgang robbte und es schaffte, das Klebeband über seinem Mund abzustreifen. Passanten vernahmen die Hilferufe des Gefesselten und verständigten die Polizei.

Der mit Europäischem Haftbefehl gesuchte Täter ging der Polizei mehr als sechs Jahre später in Italien ins Netz, wo er zuletzt für eine Speditionsfirma gearbeitet hatte. Nach einem anonymen Hinweis wurde er in Vicenza festgenommen, archivierte Fotos aus der im ausgeraubten Wiener Geschäft installierten Überwachungskamera überführten ihn der Täterschaft.

„Ich schäme mich für das, was ich getan habe“, betonte der 46-Jährige vor Gericht. Den erbeuteten Schmuck hatte er um einen Bruchteil seines Werts verkauft. 5.000 Euro hätte er dafür erhalten, erklärte der Serbe.


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