Türkei bedauert französische Absage an EU-Beitrittsgespräche

Istanbul/Paris (APA/dpa) - Die Türkei reagiert „mit tiefem Bedauern“ auf eine Absage des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron an ...

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Istanbul/Paris (APA/dpa) - Die Türkei reagiert „mit tiefem Bedauern“ auf eine Absage des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron an weitere Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei. Die Türkei habe nach dem Putschversuch von 2016 eine schwere Zeit durchgemacht, sei aber zur Normalität zurückgekehrt und mache Fortschritte, was von der EU geforderte Reformen betreffe, heißt es in einer am Dienstag verschickten Stellungnahme des Außenamtssprechers Hami Aksoy.

Macrons Aussagen zeigten wieder einmal, dass er die „Realität der Türkei“ nicht verstanden habe. Macron hatte am Montag während einer Rede vor französischen Diplomaten in Paris seine Haltung mit dem Kurs des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan begründet. Der verfolge ein „pan-islamisches Projekt“, das regelmäßig als anti-europäisch dargestellt werde. Macron plädierte für eine „strategische Partnerschaft“ mit der Türkei und Russland, um die Länder an Europa zu „koppeln“. Damit nannte er den NATO-Partner und langjährigen EU-Beitrittskandidaten Türkei in einem Atemzug mit Moskau.

Außenministeriumssprecher Aksoy erwiderte darauf am Dienstag, die Türkei sei in politischer, geografischer und historischer Hinsicht nicht von Europa wegzudenken. Angesichts der Tatsache, dass die Türkei zur Sicherheit Europas beitrage, entspreche Macrons Aussage, die Türkei sei „anti-europäisch“ nicht der Wahrheit. „Die mit dem Präsidialsystem noch stärkere, demokratische und laizistische Türkei ist entschlossen, den Weg in Richtung EU-Vollmitgliedschaft zu beschreiten“, hieß es in der Stellungnahme.

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