2975 Todesopfer durch Hurrikan „Maria“ auf Puerto Rico

Vor rund elf Monaten wütete der Wirbelsturm auf Puerto Rico. Eine offizielle Bilanz sprach damals von 64 Toten. Eine neue Studie zeigt nun: Es gab weit mehr Opfer.

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Hurrikan "Maria" hinterließ eine Spur der Verwüstung. Die Regionalregierung dort beklagt bis heute, nicht genug Hilfe bekommen zu haben.
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Washington – Durch den Hurrikan „Maria“ sind auf Puerto Rico im vergangenen Jahr laut einer unabhängigen Studie knapp 3000 Menschen ums Leben gekommen. 2975 Menschen seien direkt durch den Wirbelsturm oder in dessen Folge gestorben, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung von Wissenschaftern der George Washington-Universität.

Die Regierung des US-Territoriums Puerto Rico hatte die Studie in Auftrag gegeben. Die Wissenschafter verglichen die Sterbezahlen in der Zeit rund um den Wirbelsturm mit der durchschnittlichen Sterberate auf der Insel. Demnach stieg diese zwischen September 2017 und Februar 2018 um 22 Prozent. Eine von den US-Behörden veröffentlichte offizielle Bilanz ging dagegen von lediglich 64 Todesopfern durch den Hurrikan aus.

Viele Dörfer monatelang abgeschnitten

US-Präsident Donald Trump hatte sich für seinen Umgang mit der Katastrophe auf Puerto Rico viel Kritik eingehandelt. Bei einem Besuch der Insel im vergangenen September bezeichnete er die Zahl der Todesopfer als vergleichsweise minimal. Der Hilfe für die ungefähr zeitgleich vom Wirbelsturm „Harvey“ heimgesuchten US-Bundesstaaten Texas und Louisiana hatte Trump dagegen eine hohe Priorität eingeräumt.

„Maria“ hatte auf Puerto zum Zusammenbruch der Strom- und Wasserversorgung sowie des Straßen- und Telefonnetzes geführt. Viele Dörfer waren monatelang von der Außenwelt abgeschnitten, kranke und alte Bewohner hatten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. (APA/AFP)


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