Kurz vor Schulstart: Polizei gibt Tipps für den sicheren Schulweg

Das neue Schuljahr beginnt in wenigen Tagen und viele Kinder gehen das erste Mal den neuen Schulweg. Damit dies sicher ablaufen kann, gibt die Landespolizeidirektion Tipps.

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Die Polizei setzt eine Reihe von Maßnahmen zur Reduktion der Schulwegunfälle.
© Landespolizeidirektion Tirol

Innsbruck — Im vergangenen Jahr ereigneten sich in Tirol 292 Unfälle mit 313 verletzten Kindern, davon passierten 49 Unfälle auf dem Schulweg, 51 Kinder wurden dabei verletzt. Das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Jahr 2016. Damit diese positive Richtung fortgesetzt werden kann, hat die Tiroler Polizei heuer für den Schulbeginn Maßnahmen zur Reduktion von Schulwegunfällen vorgestellt. „Kinder im Straßenverkehr bedürfen unserer ungeteilten Aufmerksamkeit. Speziell zu Beginn des neuen Schuljahres, aber auch in den Folgemonaten wird es daher wieder zu einer Reihe von Maßnahmen seitens der Polizei kommen, die dazu beitragen sollen, die Sicherheit auf dem Schulweg weiter zu verbessern", schreibt Markus Widmann, Leiter der Tiroler Verkehrspolizei in einer Presseaussendung.

Konkret geht es dabei um die Schulwegsicherung mit Kontrollen an kritischen Punkten, die Geschwindigkeitskontrollen im Nahbereich von Schulen, die Überprüfung der richtigen Kindersicherung in Kfz beim Transport von Kindern, sowie Informationen für Eltern bei Elternabenden. Außerdem führt die Polizei wieder die Vorbereitung der Schüler der 4. Klasse auf die Radfahrprüfung und die Verkehrserziehung in den Volksschulen durch. Hierbei sollen die Schüler auf das richtige Verhalten im Straßenverkehr trainiert werden.

Worauf beim Schulweg geachtet werden sollte

Um optimal auf den neuen Schulweg vorbereitet zu sein, gibt die Verkehrspolizei ein paar Tipps. Schon vor dem ersten Schultag sollten Eltern den Schulweg mit ihren Kindern abgehen, damit sie diesen bereits kennen. Dabei ist nicht immer unbedingt der kürzeste Weg der sicherste. Oft sind kleine Umwege mit Zebrastreifen oder Ampeln sicherer, mahnt die Polizei. Außerdem sollte das Verhalten beim Überqueren der Straße, am Bus und an der Bushaltestelle geübt werden. Wichtig ist dabei, den Kindern zu vermitteln, dass man immer nach beiden Seiten schaut und den Verkehr auf der Straße im Auge behält, bevor man los geht.

Bei Kindern, die mit dem Rad zur Schule fahren, muss auf die Radhelmpflicht geachtet werden. Bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr müssen sie einen Radhelm tragen. Das gilt auch, wenn das Kind in einem Fahrradträger transportiert oder auf einem Fahrrad mitgenommen wird.

Beim Transport der Kinder im Auto sollte darauf geachtet werden, dass ein altersgerechter Sitz vorhanden ist und die Kleinen angeschnallt sind. Eltern, die auf der Fahrt nicht auf das Telefonieren verzichten können, werden daran erinnert, dass sie eine Freisprecheinrichtung verwenden müssen. So wird beim Transport des Kindes kein unnötiges Risiko eingegangen.

Schulwegtraining mit Pedibus

Eltern, die selber keine Zeit haben ihre Sprösslinge zur Schule zu bringen, können sich an die Initiative Pedibus vom Land Tirol und Klimabündnis Tirol wenden. Sie bieten Schulweg-Training für Kinder an. Unter dem Motto „Gemeinsam geht's leichter" werden die Kleinen auf den Weg zur Schule vorbereitet und können diesen nach einigen Wochen selbstständig bestreiten.

Gemeinsam sicher in die Schule kommen mit dem Pedibus.
© Klimabündnis Tirol/Lechner

In Kleingruppen mit einer Begleitperson machen sich die Pedibus-Gruppen in den kommenden Wochen zu Fuß auf den Weg in die Schule oder den Kindergarten. Mit ihrem persönlichen Pedibus-Fahrschein können sie bei gekennzeichneten Haltestellen einsteigen. Die ehrenamtlichen Begleitpersonen, meist Eltern oder Großeltern, werden vorab zu Schulwegpolizisten ausgebildet und sind mit Warnweste und Signalkelle unterwegs.

Gegründet wurde der Pedibus ursprünglich als „walking bus" in Australien und ist mittlerweile international verbreitet. In Tirol geht er heuer in die elfte Runde, seit 2008 wurden über 150 Pedibusse in den Gemeinden und Städten durchgeführt. Das Programm ist jeweils auf vier bis sechs Wochen begrenzt, danach sollen die Schüler den Schulweg auch ohne Begleitperson meistern können. (TT.com)

Folgende Schulen sind mit dabei:

  • Kufstein: Volksschule Zell (seit 2016)
  • Kitzbühel: Volksschule Westendorf (seit 2016)
  • Schwaz: Volksschule Eben a.A. (seit 2012), Jenbach (seit 2015)
  • Landeck: Volksschule Prutz (10-jähriges Jubiläum), KiGa Grins (seit 2013)
  • Imst: Volksschule Tarrenz (zum ersten Mal), Nassereith (seit 2017)
  • Innsbruck Land: Volksschulen Völs (10-jähriges Jubiläum), Flaurling (10-jähriges Jubiläum), Untermieming (seit 2015), Inzing (seit 2014), Kematen (zum ersten Mal), Lans (seit 2016), Mieders (zum ersten Mal), Grinzens (zum ersten Mal), Wattens (seit 2012), Absam-Dorf und Thaur (seit 2010)
  • Innsbruck: Praxisvolksschule der PHT (seit 2015)

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