Bruckhäusl: Sorgen wegen Kraftwerk, Deponie und Hochwasser

Die Bürgerinitiative „LA21 Bruckhäusl aktiv“ informierte bei der Generalversammlung über die aktuellen Entwicklungen im Ortsteil.

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© Veronika Spielbichler

Wörgl, Kirchbichl – Umwelt, Lebensqualität, Kultur – alles, was das Leben im Dorf lebenswert macht, zählt zu den Anliegen der Bürgerinitiative „LA21 Bruckhäusl aktiv“, deren Vorstand kürzlich bei der Generalversammlung in seinen Funktionen bestätigt wurde. Kopfzerbrechen bereiten den Mitgliedern derzeit die Errichtung des Kleinwasserkraftwerks Egerndorf bei der Grattenbrücke, die geplante Aushubdeponie am Riederberg und der Hochwasserschutz.

„Beim Kraftwerk Egerndorf sind wir einen Schritt weiter, aber eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen“, teilte Kirchbichls Bürgermeister Herbert Rieder bei der Versammlung mit. Zur Verzögerung kommt es wegen einer Forderung der Gemeinde Kirchbichl: „Die Kraftwerksbetreiber müssen jetzt beweisen, dass sie im Falle von Wasserschäden in Häusern nicht schuld sind“, so Rieder. Dazu gehört eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes. „Wenn nach Jahren eine Vernässung eintritt, ist die Kraftwerksgesellschaft für die Kosten der Sanierung zuständig.“ Die endgültige Entscheidung über das Kraftwerksprojekt, an dem die Stadtwerke Wörgl und ein privater Investor beteiligt sind, wird der Kirchbichler Gemeinderat treffen. Bis spätestens Frühjahr 2019 soll es dazu eine Bürgerversammlung geben.

Sorgen bereitet den Bruckhäuslern indes auch die geplante Aushubdeponie der Strabag am Riederberg – die TT berichtete. „Die behördliche Verhandlung hat bereits stattgefunden“, teilte Ortsvorsteher Gemeinderat Georg Breitenlechner mit. Einwände und Bedenken hätte es betreffend Hochwassersicherheit und Verkehrsbelastung gegeben. „Es gibt noch keinen Bescheid, Unklarheiten bestehen in Bezug auf die Quellen“, so Breitenlechner. „Bei der Errichtung der Mülldeponie wurden die Quellen als gefährdet eingestuft, für die Trinkwassersicherheit musste damals ein Ersatzbrunnen errichtet werden. Diese Aushubdeponie liegt noch näher bei den Quellen“, erklärte LA21-Bruckhäusl-aktiv-Obmann Thomas Gasteiger.

Der Lebensraum sei zunehmend gefährdet, weil es immer häufiger zu extremeren Wetterereignissen mit schweren Folgen komme. Erst Anfang August sorgte ein Unwetter für Vermurungen entlang des Stegerbaches im Ortsteil Mayrhofen. Nach den wolkenbruchartigen Niederschlägen füllten sich auch die Auffangbecken weiterer Bäche. Ein Problem stellen dabei immer wieder bei Holzschlägerungen liegen gelassene Baumstämme dar. „Liegen gelassene Holzprügel werden mitgerissen und führen zu Verklausungen“, appelliert Arno Kecht an die Waldaufseher, ein Auge darauf zu haben. „Es gibt ein Projekt der Wildbachverbauung, aber das ist weit hinten auf der Prioritätenliste gereiht“, erklärte Breitenlechner und hofft, die Stadt könne hier helfen. (vsg)

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