Hohes Cholesterin wirkt lebensverlängernd bei Schrittmacher-Patienten

Wien/München (APA) - Ein hoher Cholesterinspiegel („Hyperlipidämie“) verlängert das Leben von Herzschrittmacher-Patienten. Diese zumindest a...

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Wien/München (APA) - Ein hoher Cholesterinspiegel („Hyperlipidämie“) verlängert das Leben von Herzschrittmacher-Patienten. Diese zumindest auf den ersten Blick überraschende Erkenntnis hat der Wiener Kardiologe Martin Riesenhuber von der MedUni Wien erlangt. Auf den zweiten Blick ist das allerdings nicht mehr so verwunderlich, denn die Ursache dafür liegt vermutlich in der regelmäßigen ärztlichen Betreuung.

Riesenhuber berichtete über seine Forschungsergebnisse beim Europäischen Kardiologiekongress in München, der heute, Mittwoch, mit 31.000 Teilnehmern aus 150 Ländern zu Ende geht. Wenig überraschend war, dass bei Patienten mit einem Herzschrittmacher männliches Geschlecht, höheres Alter bei der Implantation des Schrittmachers, Herzschwäche und Diabetes unabhängige Risikofaktoren für die Sterblichkeit sind.

Der hohe Cholesterinspiegel bringt aber neben der regelmäßigen ärztlichen Betreuung eine intensive Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen mit sich. Und das wirkt sich offenbar positiv auf die Lebenserwartung aus. Keinen Einfluss auf das Überleben haben übrigens die unterschiedlichen Gründe für die Schrittmacherimplantation, Herzinfarkt in der Patientengeschichte oder hohe Blutdruckwerte, wie Riesenhuber feststellte.

„Unsere Studie hat den Zweck, unabhängige Risikofaktoren zu finden, die - wenn vorhanden - die Lebenserwartung unserer Patienten beeinflussen“, berichtete der Mediziner. „Daraus folgende Konsequenzen könnten sein: häufigere Nachkontrollen, niederschwelligere Überweisung an Spezialisten und aggressivere Therapie von vorhandenen Risikofaktoren.“

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Die Studie analysiert die Schrittmacherdaten von 2.939 Herzschrittmacher-Patienten der Kardiologie des AKH Wien, die zwischen den Jahren 2000 und 2015 mindestens eine Schrittmacherkontrolle in der Ambulanz hatten. Sterbedaten kamen von der Statistik Austria, der Nachbeobachtungszeitraum betrug zehn Jahren ab dem Zeitpunkt der ersten Herzschrittmacherimplantation. „Durch unsere Studienergebnisse können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte Herzschrittmacherpatienten mit erhöhtem Risiko identifizieren“, erläuterte Riesenhuber.

Im untersuchten Patientenkollektiv waren 61,9 Prozent männlich. Frauen bekamen im Median mit 75,6 Jahren einen Herzschrittmacher, Männer mit 72,8 Jahren, also fast drei Jahre früher. Die Verteilung von Ein- und Zweikammerschrittmachern war zwischen Frauen und Männern gleich.

Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, die mit optimierten medikamentösen Therapien nicht behandelt werden können, werden seit Jahrzehnten mit Herzschrittmachern oder ICDs (implantierbarer Kardioverter/Defibrillator) behandelt. Zweikammerschrittmacher haben sich zum Standardmodell in der täglichen Routine entwickelt, da frühere Studien eine Verbesserung der Lebensqualität im Vergleich zu Einkammer-Schrittmacher gezeigt haben. Einkammer-Schrittmacher sind für Patienten mit bradykardem Vorhofflimmern bzw. für spezielle klinische Situationen vorbehalten.

Die Technologie der Schrittmacher entwickelt sich ständig weiter, und so gibt es neben den klassischen Ein- bzw. Zweikammerherzschrittmacher neue Modelle mit erweitertem Indikationsspektrum. Dies umfasst CRT Devices (Dreikammerschrittmacher) zur Therapie der Herzinsuffizienz, ICDs zur Prävention des plötzlichen Herztodes sowie vollständig kabellose Herzschrittmacher in der Größe eines Fingernagels. „In einer immer älter werdenden Bevölkerung steigt auch der Anteil an Patienten, die mit einem Herzschrittmacher versorgt werden müssen“, sagte Riesenhuber. „Diese Punkte rechtfertigt die ständige Überwachung und Analyse von Herzschrittmacherpatienten.“


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