Nach Rücktritt: Schrott soll Förderungen belegen

In der Tiroler Volkspartei ist man nach wie vor sauer: Dominik Schrott hatte es bis gestern verabsäumt, die Landesförderung von 24.000 Euro für ein Internet-Projekt zu belegen.

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Projekt fertig, aber noch nicht umgesetzt: Schrott muss bis Ende der Woche die ordnungsgemäße Verwendung der Landesförderung belegen.
© Michael Kristen

Innsbruck –Mit seinem Rücktritt hat Dominik Schrott (VP) am Sonntag die Konsequenzen aus seinen Wahlkampfaffären mit dubiosen Fan-Likes, dem gefakten Unterstützungsschreiben von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) oder dem Schwindel mit dem Gewinnspiel gezogen. Dennoch ist man nach wie vor sauer in der Tiroler Volkspartei, weil Schrott es bis gestern verabsäumt hatte, die Landesförderung von 24.000 Euro für ein Internet-Projekt zu belegen. Das hat er für den Verein „Kinderwelt“, wo er Obmann war, bei seiner ehemaligen Wahlkampf­agentur „Smart Ventures“ in Auftrag gegeben. Die bis März zuständige Landesrätin für das Familienreferat Juff, Beate Palfrader (VP), forderte bereits in der Vorwoche den Verwendungsnachweis.

Gleichzeitig wurde allerdings von den Oppositionsparteien im Landtag Kritik an Geldflüssen an ÖVP-nahe Vereine laut. In der Volkspartei hätte man sich deshalb übers Wochenende rasche Aufklärung von Schrott erwartet.

Doch Schrott weilte u. a. mit Bekannten am Gardasee. Am Montag wurde er von der zuständigen Abteilung unmissverständlich aufgefordert, die Förderabrechnungen zu belegen. Schließlich teilte seine Agentur mit, ihre Leistungen bereits im Vorjahr in Rechnung gestellt und das Geld erhalten zu haben. Insgesamt weist Palfrader die Kritik an intransparenten Förderungen zurück. „Jährlich werden Hunderte Ansuchen gestellt, das Projekt über Wanderwege für Familien und Kinder wurde von der Abteilung als förderungswürdig erachtet.“ Das Vorhaben sei mit 46.000 Euro beziffert worden, danach richte sich auch die Förderung von 24.000 Euro. Es gehe alles seinen gewohnten Weg, fügt Palfrader hinzu. Außerdem würden die Förderungen in den jeweiligen Förderberichten des Landes aufscheinen.

Noch diese Woche, also „umgehend“, erwartet sich die Landesrätin aber von Schrott die Belegsvorlage. „Dann wird alles genau geprüft, sollte etwas nicht passen, müssen die Subventionen zurückgezahlt werden“, erklärt Palfrader. Das sei die übliche Vorgangsweise.

Zuletzt wurde nach einem Bericht eines Internetportals auch die Nähe zwischen Schrott und dem VP-Arbeitnehmerbund AAB thematisiert. Palfrader ist bekanntlich seit 2014 Tiroler AAB-Chefin. Für seinen Vorzugsstimmenwahlkampf im Herbst 2017 erhielt AAB-Mitglied Schrott 7000 Euro von der AAB/FCG-Fraktion in der Arbeiterkammer. Geschäftsführerin Tanja Rupprecht bestätigt die Unterstützung. „Das ist nichts Außergewöhnliches, die anderen Bünde unterstützen ebenfalls ihre Kandidaten.“ Daraus lasse sich aber nichts hineininterpretieren. Bei der Summe handle es sich um Fraktionsgeld. Für Palfrader hat es mit Dominik Schrott eine normale Zusammenarbeit gegeben. (pn)


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