Venedigs Jurypräsident del Toro für Chancengleichheit im Filmgeschäft

Venedig (APA/dpa) - Guillermo del Toro, der Präsident der diesjährigen Wettbewerbsjury beim Festival Venedig, hat sich für eine absolute Cha...

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Venedig (APA/dpa) - Guillermo del Toro, der Präsident der diesjährigen Wettbewerbsjury beim Festival Venedig, hat sich für eine absolute Chancengleichheit von Männern und Frauen im Filmgeschäft ausgesprochen. „Das Ziel muss klar sein: Bis zum Jahr 2020 muss das Verhältnis bei 50:50 liegen“, sagte der mexikanische Regisseur und Produzent am Mittwoch vor der Eröffnung der 75. Filmfestspiele.

Die geringe Anzahl von Frauen hinter der Kamera, in der Produktion und anderen Bereichen sei „ein reales Problem, in der Kultur insgesamt“. In Venedig ist unter den 21 Filmen im Wettbewerb um den Goldenen Löwen nur ein einziger von einer Frau: „The Nightingale“ von der australischen Regisseurin Jennifer Kent.

Del Toro sagte, es gehe nicht um eine Quote, die eingehalten werden müsse, sondern vielmehr darum, das bestehende System zu hinterfragen. „Es müssen viele Stimmen gehört werden“, sagte er in Anspielung auf die Tatsache, dass auch im Filmgeschäft Minderheiten zu wenig repräsentiert sind. Viele Jahre lang sei das einfach hingenommen worden. „Nun muss das Problem in allen Bereichen gelöst werden“, sagte del Toro. „Das darf nicht nur eine Geste sein, es ist eine Notwendigkeit.“

Der 53-jährige del Toro gewann im vergangenen Jahr in Venedig den Goldenen Löwen für sein Märchen „Shape of Water“, das später auch mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. In diesem Jahr ist er Präsident der Hauptjury, zu der auch Naomi Watts und Christoph Waltz gehören. Das Festival sollte am Abend mit „First Man“ von Damien Chazelle eröffnet werden.

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