Scheinehen an Serben vermittelt: 46-Jähriger vor Gericht

Viel Geld verlangte ein 46-jähriger Rumäne dafür, dass er für serbische Staatsbürger eine Scheinehe mit einem seiner rumänischen Landsleute ...

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Symbolfoto.
© Thomas Böhm

Viel Geld verlangte ein 46-jähriger Rumäne dafür, dass er für serbische Staatsbürger eine Scheinehe mit einem seiner rumänischen Landsleute organisiert — und damit den Serben eine Aufenthaltsgenehmigung für die Europäische Union und als Folge eine Arbeitserlaubnis für Österreich erschleichen konnte. In den sechs Fällen, die gestern am Landesgericht in Innsbruck verhandelt wurden, habe er rund 10.000 Euro als Preis angegeben. „Bekommen habe ich jeweils nur 1500 Euro", sagte der Mann, der seit sieben Jahren in Tirol lebt und mit seinen Verbrechen einen Schuldenberg von rund 200.000 Euro tilgen wollte, wie er selbst angab.

Zeigte er sich zum Vorwurf bezüglich der Aufenthalts­ehen geständig, wollte er von Menschenhandel und schwerer Nötigung nichts wissen. Denn auch dies wurde dem 46-Jährigen zur Last gelegt. Einen in Tirol lebenden obdachlosen Bettler aus Rumänien soll er in der Reinigungsfirma seiner Frau beschäftigt, aber nie ausbezahlt haben — da er in diesem Fall eine Notsituation ausgenutzt hätte, wird dies als Menschenhandel gewertet. Und als der Bettler dann sein Gehalt eingefordert habe, soll ihn der Angeklagte mit dem Umbringen gedroht haben, wie der Bedrohte gegenüber der Polizei angab.

„Alles gelogen. Er will mir nur eines auswischen", beteuerte der Beschuldigte. Da der Bettler aufgrund des derzeit unbekannten Aufenthaltsortes nicht geladen werden konnte, die Staatsanwaltschaft ihn aber unbedingt als Zeugen vernehmen will, wurde der Prozess gestern vom Richter vertagt. Er wird voraussichtlich Anfang Oktober fortgesetzt. (bfk)


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