Zum Tod Lessings: „Zeitzeuge des dunkelsten Kapitels unseres Landes“

Wien (APA) - Trauerbekundungen vonseiten der Politik gab es am Mittwoch nach dem Ableben des Fotokünstlers Erich Lessing, der in der Nacht a...

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Wien (APA) - Trauerbekundungen vonseiten der Politik gab es am Mittwoch nach dem Ableben des Fotokünstlers Erich Lessing, der in der Nacht auf Mittwoch im Alter von 95 Jahren in Wien verstorben ist. In memoriam wiederholt Ö1 morgen, Donnerstag, um 21 Uhr eine Ausgabe von „Im Gespräch“ aus dem Jahr 2006.

„Erich Lessing hatte einen Blick für historische Ereignisse, er konnte Augenblicke mit unglaublicher künstlerischer Qualität festhalten und er porträtierte berühmte Persönlichkeiten auf unnachahmliche Weise“, würdigte Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) den verstorbenen Fotografen. „Wir verneigen uns vor einem großen Österreicher, jemand der die Zeit wie kaum ein anderer dokumentieren konnte und einem Zeitzeugen des dunkelsten Kapitels unseres Landes.“

Auch die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) zeigte sich in einer Aussendung betroffen: „Mit dem Tod von Erich Lessing verliert Österreich nicht nur einen Meister der fotografischen Kunst, sondern einen scharfen Beobachter, einen Zeitzeugen, dessen Fotografie die Erinnerung an den Holocaust lebendig hält und zum Nicht-Vergessen mahnt. (...) Seine Werke werden an ihn erinnern und uns lehren, nicht zu vergessen.“

Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) würdigte Lessing „als Zeitzeugen der Zweiten Republik“, der „Schlüsselmomente unserer Geschichte eindrucksvoll festgehalten“ habe. Durch seine Kindheit, die vom Exil in Palästina geprägt war, habe Lessing einen einzigartigen Blick auf die österreichische Nachkriegsgesellschaft gehabt. „Seine Bilder waren nie nur Schwarz und Weiß. Er hatte einen einzigartigen Blick auf unser Land, den er mit Hilfe einer Linse für uns zugänglich gemacht hat.“


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