LA: Weißhaidinger will auch im Saisonfinish noch einmal glänzen

Brüssel/Wien (APA) - Mit der EM-Bronzemedaille, neuem österreichischen Rekord und der Qualifikation für das Diamond-League-Finale hat Lukas ...

  • Artikel
  • Diskussion

Brüssel/Wien (APA) - Mit der EM-Bronzemedaille, neuem österreichischen Rekord und der Qualifikation für das Diamond-League-Finale hat Lukas Weißhaidinger alle drei Saisonziele erreicht. Der Diskuswerfer ist nach wie vor in Bestform, auch ein Sieg am Freitag in Brüssel (ab 19.40 Uhr) ist nicht unmöglich. 50.000 Dollar wiegt das Erfolgserlebnis, für Trainer Gregor Högler wäre ein Top-5-Rang ein „würdiger Abschluss“.

Das Finale der Diamond League ist auf Zürich am Donnerstag und Brüssel am Freitag aufgeteilt. Insgesamt 3,2 Millionen US-Dollar Preisgeld (2,73 Mio. Euro) werden verteilt, 100.000 in jeder Disziplin, wobei der Sieger beim Finale offiziell Diamond-League-Champion ist und davon die Hälfte, eine Trophäe und eine Wildcard für die WM 2019 in Doha erhält. Platz zwei ist 20.000 Dollar wert, für den achten Platz gibt es noch 2.000.

„Seit der EM-Medaille ist alles irgendwo ein bisschen ein Highlight für mich. Es ist eine Ehre und irrsinnig cool, dass ich in Brüssel dabei bin. Nicht nur weil es Preisgeld gibt, sondern weil es echt schwierig ist, da reinzukommen“, sagte der 26-jährige Oberösterreicher zur APA - Austria Presse Agentur. Im Vorjahr verpasste er die Finalteilnahme knapp, als erster ÖLV-Athlet hat er es nun aus eigener Kraft geschafft. „Ich gehe mit viel Selbstvertrauen rein, aber es zählt die Tagesverfassung. Das Schöne ist, man kann nur noch gewinnen.“

Er habe eine Wohnung in Wien zurückzubezahlen, deswegen könne er auch das Geld gut gebrauchen, merkte Weißhaidinger an. „Im Sport ist die Leichtathletik lange Zeit ein Minusgeschäft, das ist noch einmal doppelte und dreifache Motivation, du kannst dir damit dein Leben vereinfachen. Du weißt ja nicht, wie es weitergeht.“

Bisher trat er in dieser Saison bei insgesamt 15 Meetings an, von denen er acht gewann - so zuletzt nach den Europameisterschaften auch in Göteborg. Dreimal verbesserte er den österreichischen Rekord auf jetzt gültige 68,98 m, mit denen er Nummer vier der Jahresweltbestenliste ist. Besonderes Highlight ist die Qualifikation für Brüssel, da er nur zu drei der vier als Qualifikation geltenden Saison-Veranstaltungen eingeladen war.

Die Wertung wird mit 25 Punkten vom Jamaikaner Fedrick Dacres vor Europameister Andrius Gudzius aus Litauen (22), dem Iraner Ehsan Hadadi (22), dem Schweden Daniel Stahl (14), dem deutschen Rio-Olympiasieger Christoph Harting (12) und dem Belgier Philip Milanov angeführt, der wie Weißhaidinger 10 Punkte hat. Achter im Bunde ist Mason Finley aus den USA (8). In Spitzenform ist weiterhin auch Stahl, der erst am Sonntag in Eskilstuna die Jahresweltbestweite von 69,72 m warf. „Das wird auf jeden Fall ein spannender Wettkampf“, weiß auch Weißhaidinger, der die Saison dann am 4. September in Zagreb ausklingen wird lassen.

„Nach der EM in Berlin habe ich gemerkt, was für ein Druck abgefallen ist. Das Ziel war erreicht, da ist die Spannung natürlich abgefallen. Und es war die Frage, wie bald man das Spannungsniveau wieder erreichen kann. Und da war Göteborg schon sehr überraschend. Ich bin noch gut in Form.“ Er habe jetzt elf Monate trainiert, das sei schon eine echt lange Zeit. „Ich freue mich, wenn es nach Zagreb vorbei ist, ich brauche den Urlaub. Aber vorher will ich es noch einmal gescheit machen.“

Für das ISTAF in Berlin erhielt er wie viele der Top-Diskuswerfer keine Einladung, dem Deutschen Robert Harting soll bei seinem Abschied von der Sportbühne die Show scheinbar nicht gestohlen werden.


Kommentieren