Auf den Zahn gefühlt: Tipps für starke Beißer

Bald beginnt der September und damit der Monat der Mundgesundheit. Die Haller Zahnärztin und Tiroler Parodontologie-Referentin Anna Kraft hat Tipps für starke Beißer.

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Von Theresa Mair

Wie bereitet man das Kind auf den ersten Zahnarztbesuch vor? Lieber früher als zu spät sollte man mit dem Nachwuchs das erste Mal die Zahnarztpraxis erkunden. Zahnärztin Anna Kraft hält ein Alter von zwei bis zweieinhalb Jahren für angemessen. „In diesem Alter ist im Normalfall noch keine Karies vorhanden und man hat Zeit, eine gute Vertrauensbasis mit dem Kind aufzubauen“, sagt sie.

Eltern, v. a. wenn sie selbst Angst vor dem Zahnarzt haben, rät sie, nicht viel über den anstehenden Besuch zu reden. „Kinder sind von Grund auf neugierig, sie sollen unbeschwert und nicht zu sehr vorbelastet sein.“ Eltern erhalten beim ersten Zahnarztbesuch Tipps für die Mundhygiene. Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta ist bereits ab dem ersten Zahn angesagt. „Man kann auch schon beim zahnenden Kind die Kieferkämme mit einem sauberen Waschlappen massieren, damit es sich von Anfang an daran gewöhnt.“

Und noch etwas: Kraft rät, bereits in der Schwangerschaft auf eine gesunde Ernährung zu achten. Dies habe positiven Einfluss auf die Zahngesundheit des Kindes.

Wie können Tee- und Kaffeetrinker sowie Raucher Verfärbungen von vornherein verhindern? Kaffeegenuss heißt oft Zahnverdruss. Es ist ein Dilemma. Keinesfalls sollte man den gelben Belägen mit Hausmittelchen à la Backpulver, Zitronensaft oder Salz zu Leibe rücken. „Die Säuren entkalken den Zahn, machen ihn zwar kurzfristig weißer, aber auch den Schmelz kaputt. Weiße Punkte sind bereits eine Vorstufe von Karies.“

Sie rät, sich vom Zahnarzt eine Spezialzahnpasta empfehlen zu lassen und nicht selbst in der Drogerie wahllos eine Bleichcreme auszusuchen. „Viele Produkte machen den Schmelz noch rauer. Dann neigt man dazu, noch schneller Verfärbungen zu bekommen. Es gibt aber Pasten, die speziell für Kaffeetrinker und Raucher geeignet sind. Wenn man die regelmäßig verwendet, dann verfärbt der Zahn weniger schnell.“ Prothesenträger sollten beachten, dass einige Speisen, z. B. mit Curry und Karotten, den Zahnersatz verfärben können. In einem so genannten Schallbad – beim Zahnarzt oder auch zum Selbstkaufen – werden die Dritten wieder weiß.

Kann man zu viel Zähne putzen? Weniger ist mehr. Fünf- bis sechsmal am Tag die Zähne zu putzen, ist laut Kraft absolut kontraproduktiv. „Es ist besser, zweimal am Tag – v. a. am Abend – die Zähne gründlich und bei Parodontitis auch länger als zwei Minuten zu putzen, als nach jedem Essen schnell, schnell darüberzuschrubben.“ Zu viel Putzdruck sorge nämlich dafür, dass das Zahnfleisch zurückgeht und der Schmelz zerstört wird. Nach dem Essen soll man prinzipiell eine halbe Stunde bis Stunde mit dem Zähneputzen warten.

Wie wird man hartnäckigen Knoblauchatem und Mundgeruch los? Kaugummis, am besten zuckerfreie und karieshemmende Xylitol-Gummis, versprechen schnelle Hilfe. Auch das Kauen von Minze, Anis- und Fenchelsamen sowie Gewürznelken sorgt für ein Frischegefühl im Mund.

Aufpassen muss man bei der Wahl der Mundspülung: „Chlorhexidin wirkt zwar gut gegen Bakterien, verfärbt auf Dauer aber die Zähne. Beim Wirkstoff Zinkacetat ist das nicht der Fall und er hat eine sehr gute und langfristige Wirkung gegen Mundgeruch“, so die Expertin. Sie legt Mundgeruch-Geplagten zudem das Reinigen der Zungenoberfläche ans Herz. Dort entstehen nämlich die stinkenden Schwefelverbindungen der Bakterien.

Wie kann man den Zähnen eine Extraportion Gutes tun? „Zahnzwischenraum-Reinigung ist sehr gut, ebenso eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung, auch bei lückig stehenden Zähnen“, weiß Kraft. Milchprodukte, kalziumhaltige Nahrungsmittel, die Vitamine C und D sowie Omega-3-Fettsäuren enthalten, halten Mundhöhle und Zahnfleisch gesund. Sollte Letzteres doch einmal angegriffen sein, nützt das Auftupfen von Teebaum- öl. Häufig sieht Kraft Zahnstocher-Verletzungen. Zahnseide, Zahnzwischenraumbürstchen oder Silikon-Zahnsticks sind sicherere Alternativen.

Gibt es die richtige Tageszeit für süße Naschereien? Den optimalen Zeitpunkt für Süßes gebe es nicht, empfehlenswert sei es jedoch, einmal zu naschen und sich nicht alle paar Minuten etwas nachzuschieben. „Sonst kommt der Zahn nicht aus dem sauren Milieu heraus und hat nie Zeit, sich zu remineralisieren.“ Den Schnuller in Honig oder Zucker zu tunken sowie süße Getränke für Kinder sollten ohnehin ein Tabu sein.


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