Jackson-Revival-Show: Premiere von „Beat It!“ in Berlin umjubelt

Berlin/Wien (APA/dpa) - Jermaine Jackson ist gerührt: „Ich glaube, das war eine der besten Michael-Shows, die ich je gesehen habe“, zeigte s...

Berlin/Wien (APA/dpa) - Jermaine Jackson ist gerührt: „Ich glaube, das war eine der besten Michael-Shows, die ich je gesehen habe“, zeigte sich der Bruder von Michael Jackson Mittwochabend begeistert nach der Uraufführung von „Beat It!“ im Berliner Theater am Potsdamer Platz. Die zweistündige Show, die bald auch in zahlreichen österreichischen Städten zu sehen ist, entführt in die Welt des 2009 gestorbenen „King of Pop“.

Viel Szenenapplaus zeigt, dass die Zeitmaschine funktioniert: es sind häufig kleine Details oder bekannte Moves, die eine ungebrochene Begeisterung für Michael Jackson beim Publikum abrufen können. Da braucht es nur den Glitzerhandschuh, der aus dem Dunkel eines Koffers auftaucht - oder einige wenige Schritte des von Jackson berühmt gemachten Moonwalk.

Regisseurin Andreana Clemenz und die Choreografen Alex Burgos und Detlef Soost dosieren solche Markenzeichen. Die Jackson-Stilistik bleibt damit allgegenwärtig, wird aber nicht zu dick aufgetragen. Den gefeierten Rest erledigen eine ungemein präsente Band aus fünf Livemusikern, das solide agierende Tanzensemble und gleich zwei Jackson-Darsteller: Koffi Missah als der junge Michael der Jackson Five und Dantanio Goodman in der Rolle des gefeierten „King of Pop“.

Missah und Goodman widerstehen der Gefahr, eine Kopie des kaum erreichbaren Jackson-Originals zu versuchen. So erinnern sie in Tanzbewegungen und Gesang an die Hauptfigur, bleiben dabei aber bei ihrer Interpretation, ihren Stimmen. Dafür haben sie reichlich Gelegenheit an diesem Abend: Die Spanne der 26 präsentierten Songs reicht von frühen Hits der Jackson Five wie „ABC“ bis zu Michael Jacksons Megaerfolgen „Bad“, „Thriller“ oder „Black or White“.

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„Beat It!“ ist eine Show. Die Songs sind nur gelegentlich durch etwas hölzerne Szenen verbunden, die Jacksons Leben erzählen sollen: frühe Selbstzweifel, das Ende der Jackson Five, künstlerische Einflüsse auf die Solokarriere, unfassbare Erfolge auf der ganzen Welt, verwirrende Eskapaden, schließlich Abkapselung und Isolation.

Wer dabei neue Erkenntnisse und Einsichten sucht, dürfte enttäuscht sein. Dafür gibt es viel sehenswertes Spektakel. Und am Schluss wirkt Jacksons „Heal the World“ als letzte Zugabe noch immer: Das Premierenpublikum schwenkt wie beseelt die hoch gereckten Arme.

Nach dem bis Anfang September in Berlin währenden Auftakt soll „Beat It!“ von Oktober bis Mai auf Tournee durch die deutschsprachigen Länder gehen - zeitgleich zur Londoner Show „Thriller - Live“, die im Februar in Bregenz, Linz und Wien zu sehen ist. „Beat It!“ kommt am 30. Oktober ins Bregenzer Festspielhaus, am 3. November in die Wiener Stadthalle und am 4. November ins Linzer Brucknerhaus. Nach einer kleinen Pause sind dann am 19. Februar die Salzburg Arena, am 21. Februar die Grazer Stadthalle, am 7. März die Innsbrucker Olympiahalle und am 11. März erneut Linz (Tipsarena) an der Reihe.

Jenseits der künstlerischen Herausforderung gibt es für „Beat It!“ aber juristischen Ärger: Jacksons Nachlassverwalter planen für 2020 ein Musical am New Yorker Broadway und klagen deswegen gegen die nun in Berlin gestartete Show des Veranstalters COFO. Dessen Geschäftsführer und „Beat It!“-Produzent Oliver Forster gibt sich am Mittwoch nach der Premiere zuversichtlich: „Wie haben ein Zeichen gesetzt. Wir sind da!“

(S E R V I C E - https://www.beat-it-show.com/


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