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Singapur (APA) - Die Republik Singapur ist ein südostasiatischer Stadtstaat mit 5,6 Millionen Einwohnern. Übersetzt bedeutet der Name „Löwen...

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Singapur (APA) - Die Republik Singapur ist ein südostasiatischer Stadtstaat mit 5,6 Millionen Einwohnern. Übersetzt bedeutet der Name „Löwenstadt“. Der kleinste Staat Südostasiens hat heuer den Vorsitz in der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten - ASEAN - inne.

Singapur liegt vor der Südspitze Malaysias. Die frühere britische Kolonie hatte sich am 9. August 1965 aus der Föderation Malaysia gelöst und zum selbstständigen Staat erklärt.

Am 12. Juni 2018 fand in Singapur der historische Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un zur atomaren Abrüstung Nordkoreas statt. Auf diplomatischem Feld ist Singapur zudem durch den „Shangri-La“-Dialog bekannt - eine hochkarätig besetzte Tagung zur Verteidigungspolitik für den Asien-Pazifik-Raum, die einmal pro Jahr im gleichnamigen Luxushotel stattfindet.

Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong gehört der PAP (People‘s Action Party) an und ist ältester Sohn des Staatsgründers Lee Kuan Yew. Das Land wird seit mehr als einem halben Jahrhundert von der Regierungspartei PAP beherrscht. Seit 2004 führt Lee Hsien Loong die Regierung. Zuletzt bekam die PAP im September 2015 bei vorgezogenen Parlamentswahlen rund 70 Prozent der Stimmen. Oppositionsmitglieder kritisieren aber, dass die Wahlabteilung dem Büro des Premierministers unterstellt sei und die Grenzen der Wahlkreise vor jeder Abstimmung geändert würden. „Trotz aller Veränderungen arbeitet die Opposition weiterhin unter einem sehr undemokratischen System“, sagte der Vorsitzende der Demokratischen Partei Singapurs, Chee Soon Juan, nach der letzten Wahl. In dem autokratischen Staat fehlen nach Auffassung von Menschenrechtlern Bürgerfreiheiten, die Medien sind staatlich gelenkt. Die Todesstrafe wird etwa wegen Drogenschmuggels verhängt und auch vollzogen.

Wirtschaftlich ist Singapur einer der wohlhabendsten Staaten der Welt und schaffte als einer der sogenannten „Tigerstaaten“ den Aufschwung vom Schwellenland zu einem modernen Industrie- und Dienstleistungsstaat innerhalb einer Generation. Der Stadtstaat setzt sich für Freihandel und Handelsabkommen ein und ist mit seinem Hafen Drehscheibe und Handelsplatz in Südostasien für einen Markt von rund 620 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 2,2 Prozent, was Vollbeschäftigung bedeutet. Große öffentliche Bauprojekte, wie die Erweiterung des Flughafens und der Ausbau des U-Bahn-Netzes, kurbeln die Konjunktur an. 2017 lag das Wachstum bei 3,6 Prozent des BIP. Der Stadtstaat hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt, aber auch die Lebenshaltungskosten gehören zu den teuersten der Welt. Mehr als ein Drittel der Bewohner sind Ausländer.

Die Handelsbeziehungen mit Österreich sind von einem Überschuss geprägt: Heimischen Exporten von 389 Mio. Euro standen 2017 Einfuhren aus Singapur in Höhe von 140 Mio. Euro gegenüber. Wichtigste Exportgüter sind elektrische Maschinen und Geräte, Maschinenbauerzeugnisse und Metallwaren sowie Straßenfahrzeuge. Importprodukte sind nach Angaben der Wirtschaftskammer WKÖ Büro- und EDV-Maschinen sowie medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse. Jährlich besuchen rund 15 Millionen Reisende das Land, darunter etwa 15.000 Österreicher. Bei der Einreise wird man darauf aufmerksam gemacht, dass nicht nur die Einfuhr von geschützten Tieren und Pflanzen, sondern auch von Kaugummi absolut verboten ist.

Singapur präsentiert sich selber als saubere, sichere und korruptionsfreie Stadt. Mit der Ansiedlung von Sicherheitsfirmen mit modernen Technologien soll die Rolle als Vorreiter noch verfestigt werden. Um den wachsenden Verkehr in den Griff zu bekommen gibt es nur mehr die Erlaubnis einer Neuzulassung eines Privatwagens, wenn ein anderer dafür von den Straßen verschwindet. Der Preis dafür wird monatlich ermittelt und kann soviel kosten wie das Auto selbst.


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