Zulehner: Bischöfe dürfen zu Attacken auf Papst nicht schweigen

Wien (APA) - Die Bischöfe in Österreich, Deutschland, in der Schweiz und in ganz Europa sollen den „immer dreister“ werdenden Attacken auf P...

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Wien (APA) - Die Bischöfe in Österreich, Deutschland, in der Schweiz und in ganz Europa sollen den „immer dreister“ werdenden Attacken auf Papst Franziskus entschieden entgegentreten. Das hat der Wiener Theologe Paul Zulehner gefordert, berichtete Kathpress am Donnerstag.

Nach der auch von anderen Papstgegnern unterstützten Rücktrittsforderung in einem „Memorandum“ des früheren Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, habe sich erst ein einziger Bischof weltweit, Giovanni D‘Ercole von der italienischen Diözese Ascoli Piceno, „in dieser prekären Lage vor den Papst gestellt“. Zulehner zeigte sich darüber in einem Blogeintrag „bestürzt“ und forderte die Europäischen Bischofskonferenzen auf, ihr bisheriges „skandalöses Schweigen“ aufzugeben.

Der Pastoraltheologe, Werteforscher und Buchautor wies darauf hin, dass die Gegner des weltoffenen Papstes aus Argentinien weltweit vernetzt seien. Nach den jüngsten Vorwürfen Viganos in Bezug auf Missbrauchsvertuschung und homosexuelle Netzwerke im Vatikan dominierten sie die Berichterstattung in den Medien und forderten „in anmaßender Weise“ den Rücktritt von Franziskus. Bischof D‘Ercole schrieb dazu in einem Hirtenbrief, dass dabei in einer konzertierten medialen und politischen Operation die Aufmerksamkeit für die Irland-Reise des Papstes ausgenützt worden sei. Er dagegen stehe zum Papst als Nachfolger des Apostels Petrus und unterstütze seinen Kampf gegen Missbrauch, betonte der Bischof von Ascoli Piceno.

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und auch einzelne Bischofskonferenzen wären laut Zulehner gut beraten, ihre Loyalität ebenso klar und deutlich zu bekunden. Ein Gebetstag für den Papst - wie von D‘Ercole für seine Diözese am 2. September vorgesehen - „wäre in dieser heiklen Stunde der Kirche auch bei uns in Österreich mehr als angemessen“.

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Die von ihm initiierte Solidaritäts-Aktion „Pro Pope Francis“ trage dem Rechnung, dass der Papst in solch einer Zeit Rückenwind brauche. Laut Zulehner unterzeichneten bisher weltweit 75.000 Menschen den ermutigenden Offenen Brief an Franziskus; 150 Theologen aus aller Welt hätten zu Gunsten des von ihm eingeschlagenen Weges der Kirche Stellung bezogen; mehr als 5.000 weitere Personen in der Online-Umfrage die Anliegen des Pontifikats unterstützt.


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