Amnesty: „Italiens Regierung terrorisiert die Öffentlichkeit“

Rom (APA) - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der italienischen Regierung vorgeworfen, die Öffentlichkeit mit dem Sch...

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Rom (APA) - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der italienischen Regierung vorgeworfen, die Öffentlichkeit mit dem Schreckgespenst einer ungeregelten Migration zu „terrorisieren“. Die Regierung setze auf diskriminierende Slogans, die Angst in den Menschen auslösen würde.

„Man darf sich nicht wundern, wenn die Menschen dann mit Abwehr auf die Migranten reagieren“, sagte der Generalsekretär von Amnesty International, der Südafrikaner und Anti-Apartheid-Aktivist Kumi Naidoo, im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Donnerstagsausgabe).

Naidoo bezog sich auf Proteste rechtsextremistischer Aktivisten gegen die Ankunft von Migranten in Rocca di Papa südlich von Rom. Hier wurden circa 100 Migranten, die das italienische Küstenwache-Schiff „Diciotti“ verlassen hatten, in einem katholischen Kongresszentrum untergebracht.

Proteste und Willkommensrufe hatten die Ankunft der circa 100 Migranten der „Diciotti“ begleitet, die in Rocca di Papa in der Nacht auf Mittwoch eingetroffen waren. Die Migranten, die nach einer langen Odyssee im Mittelmeer am Sonntag in Catania an Land gehen konnten, wurden von einer Gruppe von circa 30 Menschenrechtsaktivisten empfangen, die ihnen Plakate mit der Schrift „Willkommen“ entgegenschwenkten. Die Aktivisten reagierten auf ein Sit-in der rechtsextremen Bewegung CasaPound, die gegen die Ankunft der Migranten in der Ortschaft am Albano-See protestierte. Dabei zeigten einige Demonstranten den faschistischen Gruß.

Lange werden die Migranten nicht im katholischen Kongresszentrum „Mondo migliore“ bleiben. Sie sollen auf die rund 20 italienischen Diözesen aufgeteilt werden, die sich zu ihrer Aufnahme bereit erklärt haben und die die Kosten für ihre Versorgung übernehmen werden. Die Küstenwache hatte die Migranten Mitte August im Mittelmeer gerettet.

Weitere 39 Migranten von der „Diciotti“ sind im Hotspot von Messina geblieben. Sie sollen zwischen Irland und Albanien aufgeteilt werden, jenen beiden Ländern, die sich bereit erklärten, sie aufzunehmen.

~ WEB http://www.amnesty.org/ ~ APA211 2018-08-30/11:33


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