„Kronburg-Wallfahrt lebt heute wie damals“

Die Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau Maria Hilf“ auf Kronburg feiert 300-Jahr-Jubiläum. Der Festakt ist für 30. September geplant.

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Das sakrale Kleinod entstand vor 300 Jahren, die Weihe war am 28. September 1718.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Zams, Kronburg –Aus dem Wallfahrtsort Kronburg, zwischen Zams und Schönwies gelegen, ist eine Legende aus dem Jahr 1673 überliefert: Ein gewisser Hans Lechleitner hatte seinem dreijährigen Buben mit einer Messerspitze unabsichtlich ins Auge gestochen. „Es war eine nicht gutzumachende Verletzung“, erzählt Wallfahrtspfarrer Josef Götz. „Aber die Muttergottes hat die Gebete und Fürbitten der gläubigen Familie erhört und das Kind auf wundersame Weise geheilt.“ Viele Menschen hatten davon gehört, so Götz. „Sie kamen mit ihren Leiden und Schmerzen. Die Heilung des Kindes war der Grundstein zur Entstehung der Wallfahrtskirche.“

Wallfahrtspfarrer Josef Götz (94), ältester Seelsorger der Diözese.
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Sr. Rosemarie.
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Der Zammer Ex-Chronist Emmerich Steinwender weiß: „Auf Grund der vielen Gebets­erhörungen ist die ursprüngliche Kapelle zu klein geworden. 1714 hat das Bischöfliche Ordinariat in Brixen den Neubau der Kirche genehmigt und gestattet, 448 Gulden aus dem vorhandenen Kirchenvermögen zu verwenden.“

Der große Tag rund um die barocke Wallfahrtskirche ist der 28. September 1718. Fürstbischof Ignaz Graf Künigl weihte das Gotteshaus.

„Die Kronburg-Wallfahrt lebt heute wie damals“, hob der Wallfahrtspfarrer im TT-Gespräch am Donnerstag hervor. „Voriges Jahr hatten wir 56 Taufen, viele kamen aus Bayern“, schilderte Sr. Rosemarie, die den Haushalt im Pfarrwidum macht. „Zudem gab es 15 Hochzeiten und zehn goldene Hochzeiten.“

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Tiefpunkt in der Wallfahrtsgeschichte sei die Josephinische Zeit (1780–1790) gewesen, als sakrale Figuren aus der Kirche „in den Inn geworfen wurden“, so Götz. „Aber im Unterland wurden sie wieder herausgefischt.“ Einen „Wallfahrtsboom“ habe es nach den Kriegen gegeben, unzählige Heimkehrer pilgerten nach Kronburg.

Gemeinsam mit dem Dekanat und der Gemeinde Zams treffen der rüstige Seelsorger und Sr. Rosemarie die Vorbereitungen zum 300-Jahr-Jubiläum am 30. September. „Geplant ist ein Landesüblicher Empfang mit zahlreichen Ehrengästen“, sagte Vizebürgermeister Josef Reheis, der auch die Herausgabe einer Festschrift koordiniert. Den Gottesdienst zelebriert German Erd, Abt von Stift Stams. Die Feier beginnt um 10 Uhr.


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