OECD: Offener Familiennachzug führt nicht zu Masseneinwanderung

Berlin (APA/AFP) - Eine offene Regelung für den Familiennachzug würde einem Migrationsexperten zufolge nicht zu einer Massenzuwanderung in D...

Berlin (APA/AFP) - Eine offene Regelung für den Familiennachzug würde einem Migrationsexperten zufolge nicht zu einer Massenzuwanderung in Deutschland führen. „Zahlen aus Norwegen zeigen, dass im Schnitt für drei anerkannte Flüchtlinge eine Person im Rahmen des Familiennachzugs nachkommt - und das ohne Einschränkungen wie in Deutschland“, sagte Thomas Liebig, der als Forscher für die OECD arbeitet, am Donnerstag.

Dies zeige, dass Horrorszenarien von mehreren Millionen Nachzüglern „jenseits jeder Seriosität“ seien, sagte der für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD tätige Forscher bei der Vorstellung eines Berichts zu weiblichen Flüchtlingen. Er sprach sich dafür aus, Wartefristen auf die Bewilligung des Familiennachzugs im Ausland bereits für Integrationsmaßnahmen zu nutzen. „Je früher damit begonnen wird, desto höher ist die Motivation“.

Anfang August war in Deutschland die Neuregelung zum Familiennachzug bei Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutz in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass monatlich tausend Angehörige von subsidiär geschützten Flüchtlingen nach Deutschland kommen dürfen. Nachgeholt werden kann die Kernfamilie - das sind Ehegatten, minderjährige ledige Kinder und Eltern von minderjährigen Kindern, die ohne sorgeberechtigtes Elternteil in Deutschland leben.

Union und SPD hatten sich zuvor nach langem Streit darauf verständigt, den seit März 2016 ausgesetzten Familiennachzug begrenzt wieder zu ermöglichen. Laut Auswärtigem Amt lagen Anfang August bei deutschen Auslandsvertretungen 34.000 Terminanfragen von Angehörigen in Deutschland lebender Flüchtlinge vor, vor allem aus den Nachbarstaaten Syriens. Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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