Führende Politiker des Kosovo gegen Gespräche über Gebietsaustausch

Prishtina (Pristina) (APA) - Führende Politiker des Kosovo haben sich nach Angaben von Ministerpräsident Ramush Haradinaj bei einem Treffen ...

Prishtina (Pristina) (APA) - Führende Politiker des Kosovo haben sich nach Angaben von Ministerpräsident Ramush Haradinaj bei einem Treffen am Donnerstag darüber geeinigt, dass das Gebiet und die Grenzen des Kosovo kein Thema beim Normalisierungsdialog mit Serbien sein können. Niemand sei berechtigt, mit Serbien über Grenzen zu verhandeln, wurde Haradinaj vom Sender Free Europe zitiert.

Laut der serbischen Presseagentur Beta hätten sich die führenden kosovarischen Politiker geeinigt, dass ein Gebietsaustausch kein Thema in der Schlussphase des Normalisierungsdialogs mit Serbien sein könne. „Notwendig ist eine wechselseitige Anerkennung. Der Prozess des Dialogs sieht nicht auch eine Diskussion über das Gebiet oder die Grenzen des Kosovo vor“, erklärte Haradinaj.

Dem Treffen in Prishtina sollen sowohl Präsident Hashim Thaci wie auch Parlamentspräsident Kadri Veseli beigewohnt haben.

Thaci hatte sich kürzlich für eine „Grenzkorrektur“ mit Serbien ausgesprochen, was den Anschluss an den Kosovo von drei südserbischen Gemeinden mit albanischem Bevölkerungsanteil ermöglichen würde. Serbiens Staatschef seinerseits sprach von einer „Grenzziehung mit den Kosovo-Albanern“, ohne die Idee zu erläutern.

Die frühere südserbische Provinz Kosovo hatte 2008 einseitig ihre Unabhängigkeit verkündet. Belgrad lehnt es ab, sie anzuerkennen. Die Provinzgrenzen waren zuletzt Ende der fünfziger Jahre geändert worden, als dem Kosovo auch die mehrheitlich von Serben bewohnte Gemeinde Leposavic zufiel.


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