Kein grünes Licht für Tankstellenerweiterung in Kundl

Die BH erteilte der Firma Unterer für drei weitere Zapfsäulen bei der Lkw-Tankstelle in Kundl eine Abfuhr – aus Sicherheitsgründen.

© Jasmine Hrdina

Von Jasmine Hrdina

Kundl – Auf diesen Bescheid hatte man in Kundl mit Spannung gewartet, nun steht fest: Sechs Zapfsäulen müssen bei der Lkw-Tankstelle in Kundl vorerst reichen. Für die geplante Erweiterung gab es von der Bezirkshauptmannschaft (BH) kein grünes Licht, wie Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer auf Nachfrage der Tiroler Tageszeitung bestätigt. Der Grund dafür liegt direkt vor der Haustür des Unternehmens: die stark frequentierte B171 und eine unübersichtliche Verkehrssituation.

„Durch das Ein- und Ausfahren von Sattelzügen in die B171 an dortiger Stelle wird bei bereits bestehender Verkehrsbelastung durch Pkw- und Schwerverkehr die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs erheblich beeinträchtigt. Die erforderlichen Einsichtmöglichkeiten sind bei der Betriebsausfahrt in die B171 durch die ansteigende Rechtskurve in Richtung Osten in Beziehung zum Beschleunigungsverhalten schwerer Sattelzüge nicht gegeben“, heißt es in dem Verkehrsgutachten, das die Behörde gefordert hatte. Für das gewerberechtliche Anlageverfahren seien die Betriebszu- und -abfahrt aber maßgeblich. Gegen den Bescheid kann beim Landesverwaltungsgericht noch Einspruch erhoben werden – ob man davon auch Gebrauch machen wird, ist derzeit unklar. Den Bescheid wolle man vorerst nicht kommentieren, so Unternehmenssprecher Alexander Penz.

Wie berichtet, hatte das Unternehmen geplant, im Nordwesten des Grundstücks im Kundler Ortsteil Liesfeld/Gewerbegebiet Luna neben den bestehenden sechs noch drei weitere Zapfsäulen zu errichten. Penz begründete dieses Bestreben im TT-Gespräch zu Jahresbeginn mit einem höheren Bedarf, der auf länger andauernde Betankungsvorgänge zurückzuführen sei. Während es früher etwa 20 Minuten gedauert hätte, den Tank eines Lkw zu füllen, brauche es dazu heute bis zu einer Dreiviertelstunde. Aufgrund der Wartezeiten hätte man bereits Kunden verloren – nur wenige hundert Meter entfernt, im Westen von Wörgl, liegt schließlich die nächste Lkw-Großtankstelle.

Kundls Bürgermeister Anton Hoflacher verweilt derzeit noch im Urlaub – eine positive Reaktion auf die Entscheidung der BH dürfte aber gewiss sein: Bereits im Vorfeld hatte es heftige Proteste gegen den Ausbau auf kommunalpolitischer Ebene gegeben. Die B171 stoße bereits an ihre Kapazitätsgrenze, verwies Hoflacher auf ein früheres Gutachten. Vizebürgermeister Michael Dessl forderte, den „volkswirtschaftlichen Unsinn, Lkw zum Tanken von der Autobahn zu holen“, abzustellen. Unterstützung an der Front bekamen die Gemeindevertreter damals auch vom Antitransitkämpfer Fritz Grugiser vom Transitforum Austria-Tirol, für den es generell „ein totaler Topfen“ ist, noch mehr Tankmöglichkeiten für Lkw im Inntal zu schaffen.


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