Hitzesommer ließ auch Chirurgen schwitzen

Der Jahrhundertsommer gönnte Ärzten der Unfallambulanz am BKH Reutte kaum Pausen. Unfälle mit E-Bikes haben stark zugenommen.

© Foto Müller

Von Simone Tschol

Ehenbichl –„Ich komme zwar grad aus dem OP, aber heute geht’s eigentlich“, stellte Primar Thomas Thurner, Leiter der Abteilung Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Bezirkskrankenhaus Reutte, gestern fast schon entspannt fest. Die Regentage verschaffen ihm und seinem Team eine kleine Verschnaufpause.

Denn der heurige Hitze­sommer brachte auch die Mediziner an der Unfallabteilung ganz schön ins Schwitzen. Immer wieder fuhren die Rettungsfahrzeuge vor und brachten verletzte Freizeitsportler ins Spital, der Notarzthubschrauber flog Einsatz um Einsatz.

Wie üblich kommt der Großteil der Verletzten aus dem Sportbereich. „Wir hatten heuer extrem viel zu tun. An manchen Tagen war es fast wie im Winter“, bilanziert Thurner. Während es viele Außerferner und Touristen ans Wasser zog, um sich dort ein wenig Abkühlung zu verschaffen, drehten andere auf dem Bike ihre Runden. Und dass das herrliche Bergwetter geradezu magische Anziehungskraft auf Wanderer und Kletterer ausübte, lässt sich auch in der Patientenkartei der Unfallabteilung ablesen.

„Es waren heuer auffallend viele Verletzte nach Berg­unfällen zu versorgen, viel mehr als in den Sommermonaten vergangener Jahre“, weiß Thurner. Aber nicht nur Wandertouren endeten auf dem Operationstisch.

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Neben verunfallten Motorradfahrern, die in den letzten Jahren quasi zur „fixen Größ­e“ im Patientenregister des BKH wurden, kam heue­r ein relativ neuer Unfalltyp hinzu. Thurner: „Auffallend ist, dass zunehmend E-Biker bei uns landen. Das ist heuer sicher das Hauptproblem.“

Bei den diagnostizierten Verletzungen handelte es sich bislang zum überwiegenden Teil um Gelenks- und Knochenverletzungen.

Stoßzeiten wie im Winter – hier kommt es überwiegend am späten Nachmittag, wenn die Skifahrer übermüden, oder nach dem Après-Ski zu Unfällen – konnten im Sommer nicht ausgemacht werden. „Im Sommer kommen den ganzen Tag über Verletzt­e“, meint Thurner, der sich daran erinnert, dass er und seine Ärzteteam, Fachärzte wie Assistenzärzte, in den letzten Wochen an Spitzentagen teils bis Mitternacht im Operationssaal standen.

Die 35 stationären Betten der Station seien den ganzen Sommer über gut belegt gewesen.

Die Verschnaufpause wird für die Mediziner nicht von langer Dauer sein. Immerhin steht auch noch der Herbst bevor – im Bezirk eine der beliebtesten Zeiten für Wandertouren.


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